UPM-Kymmene: WISA-Aktien sollen im November starten
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 02:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der finnische Forstindustriekonzern UPM-Kymmene treibt die strategische Aufteilung seines Portfolios voran. Nachdem die Aktionäre am vergangenen Montag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Teilabspaltung des Sperrholzgeschäfts zugestimmt haben, liegen nun die Details für den Börsengang der neuen WISA Group Plc vor.
Während der Prozess für die Ausgliederung planmäßig voranschreitet, sieht sich das Unternehmen bei einem anderen Großprojekt mit deutlichem regulatorischem Widerstand konfrontiert.
Fokus auf die Abspaltung des Sperrholzgeschäfts
Die Abspaltung der WISA Group soll nach Unternehmensangaben voraussichtlich am 31. Oktober abgeschlossen sein. Bereits für den 2. November wird der erste Handelstag der neuen Aktien an der Börse erwartet, sofern der Prozess wie geplant vollzogen wird.
In Vorbereitung auf diesen Schritt hat das Management bereits zu einem Capital Markets Day für die künftige Gesellschaft geladen, um Investoren über die Aussichten der eigenständigen Sparte zu informieren.
Auf der außerordentlichen Hauptversammlung wurden zudem wichtige personelle und finanzielle Weichen gestellt. Die Aktionäre genehmigten die Zusammensetzung des neuen Verwaltungsrats sowie Ermächtigungen für künftige Aktienemissionen und Aktienrückkäufe der WISA Group. Das Protokoll der Versammlung soll Medienberichten zufolge spätestens am 14. September auf der Internetseite des Konzerns veröffentlicht werden.
Kartellrechtliche Hürden bei Joint Venture mit Sappi
Parallel zur Portfolio-Bereinigung stockt ein geplantes Vorhaben im Bereich grafischer Papiere. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat die Europäische Kommission formelle Einwände gegen das 1,42 Milliarden Euro schwere Joint Venture zwischen UPM-Kymmene und Sappi Limited erhoben. Bereits am 21. August war bekannt geworden, dass die Behörden im Rahmen einer eingehenden Untersuchung vorläufige Wettbewerbsbedenken angemeldet hatten.
UPM-Kymmene erklärte, die Beschwerdepunkte der Kommission nun gemeinsam mit dem Partner Sappi zu prüfen und zu gegebener Zeit darauf zu reagieren. Das Gemeinschaftsunternehmen gilt als zentraler Baustein einer Branchenkonsolidierung, um die Effizienz in dem strukturell rückläufigen Markt für grafische Papiere zu steigern. Die regulatorischen Vorbehalte in Brüssel könnten den Zeitplan für das Milliardenprojekt nun jedoch erheblich verzögern.
Aktuelle Marktentwicklung und Analystenblick
An der Börse wurde die Nachrichtenlage zuletzt mit Vorsicht aufgenommen. Der Kurs der UPM-Kymmene-Aktie verzeichnete gestern einen Rückgang um 1,6 % und ging bei 24,02 € aus dem Handel. Damit setzte das Papier die kurzfristige Konsolidierung fort, nachdem die strategischen Pläne zur Konzernstruktur bereits weitgehend in die Bewertung eingeflossen waren.
Einordnend für die mittelfristige Stimmung war zudem eine Einschätzung von Barclays vor rund einem Monat. Die Analysten hatten den Wert auf "Underweight" herabgestuft und ein Kursziel von 21 Euro ausgegeben.
Trotz der jüngsten Kursverluste und der regulatorischen Hürden beim Sappi-Deal konnte die Aktie in den vergangenen 30 Tagen insgesamt ein Plus von 2,5 % verzeichnen, was auf eine gewisse Widerstandsfähigkeit im aktuellen Marktumfeld hindeutet.
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