UPM-Kymmene, Barclays

UPM-Kymmene: Barclays senkt auf Underweight

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 17:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Barclays stuft UPM-Kymmene auf 'Underweight' herab und senkt das Kursziel auf 21 Euro. Sorgen um Überkapazitäten und schwache Nachfrage trüben die Aussichten.

UPM-Kymmene: Barclays senkt Kursziel, Zellstoffpreise unter Druck
Abstrakte Darstellung einer modernen Forstwirtschaft bei Morgendämmerung mit Fokus auf Holzstapel und natürlicher Textur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Aussichten für den finnischen Papier- und Zellstoffkonzern UPM-Kymmene haben sich eingetrübt. Nachdem das Unternehmen Ende Juli noch starke Quartalszahlen präsentiert hatte, sorgt eine aktuelle Herabstufung durch die Analysten von Barclays für Verkaufsdruck am Markt. Im Fokus stehen dabei vor allem die globalen Zellstoffpreise, die durch ein steigendes Angebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage unter Druck geraten könnten.

Barclays warnt vor Überkapazitäten

Gestern stufte die britische Investmentbank Barclays die Aktie von „Equal Weight“ auf „Underweight“ herab und senkte das Kursziel von 24 auf 21 Euro. Als Hauptgrund nannten die Analysten am Montag die zu erwartende Ausweitung der weltweiten Zellstoffkapazitäten in den kommenden 18 Monaten. Dieses zusätzliche Angebot trifft auf einen Markt, in dem die Dynamik bereits nachlässt.

Insbesondere die Nachfrage aus China, auf das rund 30 bis 35 Prozent des globalen Bedarfs entfallen, zeigt erste Risse. Medienberichten zufolge sank die weltweite Zellstoffnachfrage bis Mai im Jahresvergleich um zwei Prozent.

Infolge dieser Prognosen passte das Analysehaus seine Gewinnerwartungen an. Das vergleichbare EBIT für das Geschäftsjahr 2026 wird nun bei 1,05 Milliarden Euro gesehen, nachdem zuvor 1,14 Milliarden Euro erwartet worden waren.

Auch für das Jahr 2027 korrigierten die Experten ihre Schätzung von 1,35 Milliarden Euro auf 1,25 Milliarden Euro nach unten. Am heutigen Dienstag reagiert das Papier mit einem Abschlag und notiert bei 23,20 Euro. Damit bewegt sich der Kurs deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 27,83 Euro, das am 12. Februar erreicht wurde.

Operative Stärke im zweiten Quartal

Die aktuelle Skepsis der Analysten kontrastiert mit der jüngsten Geschäftsentwicklung. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete UPM-Kymmene einen deutlichen Ergebnissprung. Das vergleichbare EBIT aus dem fortgeführten Geschäft stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 71 Prozent auf 212 Millionen Euro. Während der Umsatz mit 2,355 Milliarden Euro nur leicht zulegte, verbesserte sich die entsprechende Marge deutlich von 5,3 Prozent auf 9,0 Prozent.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 gab das Management am 23. Juli eine Zielspanne für das vergleichbare EBIT zwischen 375 Millionen und 575 Millionen Euro aus. Allerdings wies das Unternehmen zugleich auf steigende Belastungen hin. So werden die Wartungskosten in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich um 40 Millionen Euro höher ausfallen als in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Konzernumbau und strategische Weichenstellungen

Neben dem Tagesgeschäft treibt UPM-Kymmene die strategische Neuausrichtung voran. Ein zentraler Baustein ist die Abspaltung des Sperrholzgeschäfts in die künftige WISA Group.

Am Montag, dem 31. August, soll eine außerordentliche Hauptversammlung in Helsinki über diesen Schritt entscheiden. Ziel ist es, den Fokus verstärkt auf moderne Materialien und Lösungen zur Dekarbonisierung zu legen. Der Börsengang der neuen Einheit an der Nasdaq Helsinki wird derzeit für Anfang November erwartet.

Gleichzeitig arbeitet der Konzern an der Zusammenführung seines grafischen Papierbereichs mit dem Konkurrenten Sappi in einem Joint Venture. Wie das Unternehmen am 23. Juli mitteilte, wurde bereits eine endgültige Vereinbarung unterzeichnet und die Finanzierung gesichert.

Das Vorhaben wird derzeit von der EU-Fusionskontrolle in einem sogenannten Phase-II-Verfahren geprüft. Eine abschließende Entscheidung der Behörden wird bis Ende des laufenden Jahres erwartet.

An der Führungsspitze steht zudem ein Wechsel bevor. Finanzvorstand Tapio Korpeinen plant, zum Ende des Jahres 2026 von seinen Positionen zurückzutreten. Er wird dem Konzern jedoch noch bis Mitte 2027 als Senior Advisor erhalten bleiben. Anleger quittieren die Mischung aus strategischem Umbau und kurzfristigen Preisrisiken heute mit Zurückhaltung; die Aktie verliert im Tagesverlauf 0,98 Prozent.

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