UPM-Kymmene, Aktie

UPM-Kymmene Aktie: EU-Kommission stellt Sappi-Projekt infrage

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission sieht mögliche Wettbewerbsprobleme beim Papierprojekt; über dessen Zukunft soll bis zum 11. November 2026 entschieden werden.

Papierfabrik mit Dampfschloten am Fluss, umgeben von finnischem Wald, fotorealistisch
Fotorealistische Ansicht einer Zellstofffabrik am Fluss symbolisiert UPM-Kymmene Oyj, ISIN FI0009005987, im finnischen Waldgebiet Illustration mit AI erstellt.

Die Pläne von UPM-Kymmene zur Konsolidierung des europäischen Papiergeschäfts stehen vor einer schweren Hürde. Das mit dem Konkurrenten Sappi geplante Gemeinschaftsunternehmen im Volumen von 1,42 Milliarden Euro droht an den wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Europäischen Kommission zu scheitern.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters gestern unter Berufung auf Insider berichtete, konnten die jüngsten Stellungnahmen der beiden Konzerne die Wettbewerbshüter in Brüssel nicht überzeugen.

Kartellbedenken belasten Sparpläne

Die EU-Kommission prüft die Transaktion derzeit intensiv auf ihre Auswirkungen auf den Markt für grafische Papiere. Die vorläufige Einschätzung der Behörde geht dahin, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb in diesem rückläufigen Marktsegment unzulässig einschränken könnte. Eine endgültige Entscheidung der Kartellwächter muss spätestens bis zum 11. November 2026 fallen.

Für UPM-Kymmene steht bei dem Vorhaben ein zentraler Baustein der eigenen Restrukturierungsstrategie auf dem Spiel. Sollte die Transaktion untersagt werden, entfällt für den finnischen Forst- und Papierkonzern ein wesentlicher Hebel, um das Geschäft mit Druckpapieren effizienter aufzustellen und Überkapazitäten geordnet zu bündeln.

Marktbeobachter sehen in diesem Fall das Risiko, dass der Konzern gezwungen sein könnte, einzelne Produktionslinien oder ganze Fabriken eigenständig stillzulegen. UPM-Kymmene betreibt in diesem Segment derzeit acht Druckpapierfabriken.

An der Börse reagierten die Anleger verhalten auf die zunehmenden regulatorischen Risiken. Das Papier von UPM-Kymmene ging am Freitag mit einem Abschlag von 1,1 Prozent bei 25,44 Euro aus dem Handel.

Konzernumbau läuft parallel weiter

Während das Papier-Joint-Venture ins Stocken gerät, treibt das Management die Neuaufstellung anderer Konzernteile voran. Die Abspaltung des Sperrholzgeschäfts unter dem Namen WISA wurde vor rund einem Monat genehmigt; seitdem verzeichnete die Aktie ein Plus von 6,1 Prozent.

Der Vollzug dieser Ausgliederung ist für den 31. Oktober 2026 vorgesehen. Die Erstnotiz der neuen WISA-Aktien an der Börse soll nach aktuellen Planungen am 2. November 2026 erfolgen. Aktionäre von UPM-Kymmene sollen dabei für jede gehaltene Stammaktie ein Papier des künftig eigenständigen Furnierherstellers erhalten.

Ob diese Portfoliobereinigung ausreicht, um die Belastungen durch eine mögliche Blockade im Papierbereich auszugleichen, dürfte sich bis zum Ablauf der Brüsseler Frist im November entscheiden.

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