United Therapeutics Aktie: Vergleich beendet Rechtsstreit
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 00:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Streit mit Liquidia ist vorbei. Beide Unternehmen haben sich auf einen Vergleich geeinigt, der alle sechs laufenden Verfahren beendet. Für United Therapeutics fließt dabei ein dreistelliger Millionenbetrag.
Die Eckpunkte der Einigung
Liquidia zahlt netto 380,7 Millionen Dollar in mehreren Raten. Eine erste Zahlung von 175 Millionen Dollar ist innerhalb von 30 Geschäftstagen fällig. Zwei weitere Raten über je 72,7 Millionen Dollar folgen bis Ende Januar und Ende April 2027.
Den Ausschlag gab offenbar das Urteil vom 30. September. Ein Bundesgericht in Delaware hatte ein Patent von United Therapeutics zur Behandlung von pulmonaler Hypertonie bei interstitieller Lungenerkrankung als gültig und verletzt eingestuft.
Liquidia hat die Indikation PH-ILD inzwischen aus dem Label seines Präparats Yutrepia entfernt und die Bewerbung dafür eingestellt. Das Medikament bleibt für die Behandlung der pulmonal-arteriellen Hypertonie weiter erhältlich.
Der Vergleich umfasst auch Patent-, Geschäftsgeheimnis- und Kartellklagen. Beide Seiten räumen keine Haftung ein. Liquidia will die Zahlungen aus laufenden Yutrepia-Erlösen und vorhandener Liquidität stemmen.
Konferenz und Insiderverkauf
Parallel dazu rückt die Pipeline in den Blick. Auf dem CHEST-Kongress vom 18. bis 21. Oktober in Phoenix zeigt das Unternehmen zwei Vorträge und fünf Poster. Im Mittelpunkt stehen Daten zu Ralinepag bei PAH und zu vernebeltem Treprostinil bei idiopathischer Lungenfibrose. Die FDA hat die entsprechenden Zulassungsanträge angenommen, beide Wirkstoffe sind in diesen Indikationen weiter nicht zugelassen.
Konzernchefin Martine Rothblatt verkaufte am 12. Oktober 9.500 Aktien für rund 5,2 Millionen Dollar. Sie hatte zuvor Optionen zu 117,76 Dollar ausgeübt. Der Verkauf lief über einen im November 2025 aufgesetzten Handelsplan, ist also vorab geregelt und kein spontaner Schritt.
Kurs und Analysten
Die Aktie schloss zuletzt bei 543,40 Dollar, nachbörslich gab sie weiter nach. Das Analystenbild ist gespalten. BTIG stufte auf "Buy" hoch und nennt 728 Dollar als Ziel, Cantor Fitzgerald bestätigt "Overweight" bei 700 Dollar. BofA senkte das Ziel dagegen auf 559 Dollar, Goldman Sachs sieht mit "Sell" nur 321 Dollar.
Mit dem Vergleich entfällt ein Risiko im Tyvaso-Geschäft. Die ersten 175 Millionen Dollar dürften noch im Herbst eingehen, die Restraten folgen bis April 2027.
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