United Internet Aktie: Doppel-Umbau bei Töchtern
Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 20:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zwei Tochterunternehmen, ein Abend, ein gemeinsamer Nenner: Sparen. 1&1 und Ionos haben am Donnerstag parallel Restrukturierungsprogramme angekündigt, die zusammen rund 800 Arbeitsplätze kosten. Für den Mutterkonzern United Internet ergeben sich daraus einmalige Belastungen von etwa 95 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr.
Versatel im Zentrum des Umbaus
Bei 1&1 trifft es vor allem die Geschäftskundentochter Versatel, zuständig für das Glasfasergeschäft. Dort soll die Belegschaft von rund 1.350 auf etwa 1.000 Vollzeitstellen schrumpfen.
Der Umbau kostet in diesem Jahr rund 60 Millionen Euro beim operativen Ergebnis — Folge davon: 1&1 kappt die Ebitda-Prognose für 2026 von 800 auf 740 Millionen Euro.
Ohne die Sonderkosten hält 1&1 am ursprünglichen Ziel von 800 Millionen Euro fest. Ab 2028 soll das Programm dann jährlich rund 25 Millionen Euro zum Ergebnis beitragen. Die Aktie reagierte nachbörslich mit Abschlägen zwischen zwei und vier Prozent.
Ionos investiert in KI und Cloud
Auch Ionos, mehrheitlich im Besitz von United Internet, baut Personal ab: von rund 3.800 auf etwa 3.350 Vollzeitstellen. Die Sonderkosten belaufen sich auf rund 35 Millionen Euro, die Jahresprognose von etwa 530 Millionen Euro beim bereinigten Ebitda bleibt davon unberührt.
Ab 2027 rechnet Ionos mit laufenden Einsparungen von bis zu 30 Millionen Euro jährlich. Das Geld soll nicht einfach in der Kasse bleiben, sondern gezielt in Künstliche Intelligenz und den Ausbau des Cloudgeschäfts fließen. Die Ionos-Aktie zeigte sich davon nachbörslich kaum beeindruckt.
Für United Internet selbst bleibt der Ausblick trotz der Belastungen aus beiden Tochtergesellschaften unverändert: Das Ebitda-Ziel von rund 1,45 Milliarden Euro gilt weiter, die Restrukturierungskosten werden als Sondereffekt herausgerechnet.
Nach Abschluss beider Programme sollen sich die jährlichen Einsparungen auf konzernweit rund 55 Millionen Euro summieren — Geld, das nach Angaben des Unternehmens in die weitere Entwicklung investiert werden soll.
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