Unimicron, Aktie

Unimicron Aktie: Verwaltungsrat beschließt größte Anlagenbestellung

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 05:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Quartalsgewinn stieg binnen Jahresfrist um 358,2 Prozent; Anlagenbeschaffung und Japan-Verkauf bleiben an Bedingungen geknüpft.
Moderne industrielle Fertigungsanlage mit Fokus auf Hochtechnologie und Expansion. Illustration mit AI erstellt.

Unimicron Technology will seine Fertigung weiter ausbauen: Der Verwaltungsrat hat gestern zusätzliche Vorbestellungen für Anlagen mit langen Lieferzeiten über rund 50,9 Milliarden TWD beschlossen.

Gleichzeitig meldete das Unternehmen einen deutlich höheren Quartalsgewinn als im Vorjahr. Für Anleger steht damit die Kapitalverwendung im Mittelpunkt: Unimicron bereitet neue Kapazitäten vor und treibt parallel die Neuordnung seiner Auslandstöchter voran.

Anlagenbestellungen bleiben an Nachfrage gebunden

Die zusätzlichen Bestellungen sollen neue Fabriken und Verbesserungen der Fertigungsverfahren unterstützen. Unimicron will dafür eigene Mittel und Bankfinanzierungen einsetzen. Nach einem Bericht der United Daily News handelt es sich um den bislang größten entsprechenden Beschluss des Unternehmens.

Der genehmigte Rahmen ist allerdings nicht mit einer sofortigen Auszahlung gleichzusetzen. Unimicron will die Beschaffung flexibel an Kundenbedarf und Marktbedingungen anpassen. Die tatsächlichen Zahlungen hängen vom Fortschritt der Umsetzung und den vereinbarten Zahlungsbedingungen ab.

Damit schafft das Unternehmen Spielraum für den Ausbau, ohne sämtliche Ausgaben zeitlich festzuschreiben. Für die Beurteilung des Vorhabens wird entscheidend sein, wie die vorgesehenen Bestellungen in konkrete Anlagenlieferungen und Zahlungen übergehen.

Die Ausbaupläne begleiten eine stärkere Ausrichtung auf künstliche Intelligenz. Unimicron strebt in diesem Jahr einen KI-Anteil am Umsatz von mehr als 60% an. Auch im Substrat- und Leiterplattengeschäft soll dieser Anteil steigen. Das Ziel beschreibt die geplante Umsatzstruktur, nicht bereits erreichte Erlöse.

Gewinn wächst kräftig zum Vorjahr

Die Ergebnisentwicklung liefert damit einen wichtigen Hintergrund für den Ausbaukurs. Allerdings zeigen Jahres- und Quartalsvergleich unterschiedliche Richtungen: Gegenüber dem Vorjahr legte der Gewinn deutlich zu, gegenüber dem unmittelbar vorangegangenen Quartal ging er zurück.

Laut United Daily News stieg der Quartalsgewinn im Jahresvergleich um 358,2%, sank gegenüber dem Vorquartal aber um 23,3%. Dennoch war es der zweithöchste Quartalsgewinn der Unternehmensgeschichte.

Der Rückgang gegenüber dem Vorquartal relativiert somit die Dynamik, nicht aber das deutlich höhere Ergebnisniveau gegenüber dem Vorjahr. Auch über die ersten neun Monate zeigt sich die Verbesserung.

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie erreichte 17,85 TWD.

Japan-Verkauf geplant, Deutschland vor Auflösung

Neben dem Kapazitätsausbau arbeitet Unimicron an seiner internationalen Struktur. Gestern genehmigte der Verwaltungsrat die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Veräußerung sämtlicher Anteile an Unimicron Japan an Meiko Electronics. Nach einem Bericht von Nikkei besteht eine Grundsatzvereinbarung über die Übernahme.

Der Aktienübertragungsvertrag soll im Dezember 2026 geschlossen werden. Die konkreten Transaktionsbedingungen sind jedoch noch auszuhandeln. Der endgültige Vertrag bleibt von den Beratungen und Beschlüssen beider Verwaltungsräte abhängig; der Verkauf ist damit noch nicht abgeschlossen.

Parallel beschloss Unimicron eine Kapitalerhöhung für die japanische Tochter über 6,52 Milliarden Yen aus eigenen Mitteln. Sie soll bestehende Konzern- und Bankverbindlichkeiten zurückführen und die Finanzstruktur stärken.

Die geplante Neuordnung betrifft auch Deutschland. Dort geht es nicht um zusätzliche Produktionskapazität, sondern um die geordnete Abwicklung der Tochtergesellschaft.

Über UniRuwel Holding will Unimicron der Unimicron Germany 35 Millionen Euro zuführen. Das Geld dient der Fertigstellung bestehender Aufträge, Abfindungen für Beschäftigte sowie der Rückzahlung von Bank- und Konzerndarlehen. Auch anschließende Liquidationskosten sollen gedeckt werden; die Auflösung ist geplant.

Unimicrons Kapitalverwendung folgt damit zwei unterschiedlichen Aufgaben: Ausbau neuer Kapazitäten einerseits und Finanzierung der Neuordnung bestehender Auslandsgesellschaften andererseits. Der kräftige Gewinnanstieg bildet den finanziellen Hintergrund. Die flexible Umsetzung der Anlagenbestellungen und die noch offenen Bedingungen des Japan-Verkaufs bleiben die wesentlichen Vorbehalte.

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