Unimicron Aktie: Goldman Sachs warnt vor ABF-Engpass
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Prognosen über einen drastischen Engpass bei Trägermaterialien für Hochleistungschips haben die Papiere von Unimicron Technology am heutigen Dienstag an das obere Handelslimit katapultiert. Mit einem Kurssprung von 9,8 Prozent kletterte der Wert auf 1.120,00 TWD. Auslöser der Rally ist eine Branchenanalyse von Goldman Sachs, wonach das weltweite Defizit bei sogenannten ABF-Substraten in den kommenden Jahren massiv anschwellen dürfte.
Goldman Sachs erwartet drastische Unterdeckung
Grund dafür ist der anhaltende Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen.
Allein KI-Server dürften nach Einschätzung der Analysten im Jahr 2028 rund 45 Prozent der weltweiten Kapazitäten beanspruchen. Weitere 17 Prozent entfallen auf Serverprozessoren. Zugleich droht ein Nadelöhr bei den Fertigungsanlagen: Die Lieferzeiten für spezialisierte Vakuum-Laminiermaschinen reichen inzwischen bis in das Jahr 2031, da Kunden mit Aufpreisen um frühere Liefertermine konkurrieren.
Volle Fertigungslinien und langfristige Lieferverträge
Für Unimicron bedeutet die branchenweite Verknappung eine anhaltend hohe Nachfrage.
Zusätzlichen Schub verspricht die nächste Technologiegeneration: Zudem sicherte sich der Konzern frühzeitig die Abnahme künftiger Fertigungsschritte.
Langfristverträge begrenzen kurzfristige Preissetzung
Gleichwohl dämpft diese Vertragsstruktur das kurzfristige Ertragspotenzial. Da mehr als 70 Prozent der ABF-Lieferungen durch langfristige Vereinbarungen gebunden sind, kann Unimicron steigende Marktpreise nicht sofort voll weitergeben.
Mit dem jüngsten Kurssprung stabilisiert sich die Bewertung auf hohem Niveau. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch liegt bei -8,9 Prozent. Nach Durchsuchungen wegen Herkunftsbetrugs (vor gut drei Wochen, seither +12,1 %) fasst der Markt wieder Vertrauen. Auch nachdem das Unternehmen die Investitionsausgaben erhöht (vor rund einem Monat, seither +0,9 %), bestimmt der fundamentale Halbleiterboom das Geschehen.
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