Unifi Aktie: Verlust trotz Turnaround
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 22:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Verlust, der eigentlich eine gute Nachricht ist – bei Unifi passt das zusammen. Der Hersteller von Recycling- und Synthetikgarnen hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 rote Zahlen geschrieben, gleichzeitig aber die deutlichsten operativen Fortschritte seit Langem vorgelegt. Die Börse reagierte gemischt: Die Aktie schloss am Mittwoch gut drei Prozent im Minus, legte nachbörslich aber wieder leicht zu.
Der Nettoverlust lag bei 0,06 Dollar je Aktie und verfehlte die Analystenschätzung von 0,05 Dollar Gewinn deutlich. Der Umsatz übertraf mit 144,2 Millionen Dollar die Erwartungen von 139,8 Millionen Dollar und wuchs um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Getragen wurde das Wachstum von starken Zahlen aus dem Brasilien-Segment, während Kunden in Amerika und Asien wegen geopolitischer Unsicherheit und Zöllen zurückhaltend bestellten.
Margen drehen deutlich ins Plus
Der eigentliche Fortschritt zeigt sich in der Profitabilität. Der Bruttogewinn stieg auf 14,3 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Bruttoverlust von 1,1 Millionen Dollar zu Buche stand. Die Bruttomarge kletterte damit von minus 0,8 Prozent auf 9,9 Prozent. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich von minus 4,1 Millionen Dollar auf 8,2 Millionen Dollar.
CEO Eddie Ingle sprach von disziplinierter Umsetzung der Kostensenkungs- und Portfoliomaßnahmen, die den Break-even-Punkt des Unternehmens gesenkt hätten. Der operative Cashflow von 26,5 Millionen Dollar für das gesamte Geschäftsjahr 2026 – nach minus 21,3 Millionen Dollar im Vorjahr – untermauert diese Einschätzung. Die Schuldenlast sank im Jahresvergleich von 108,0 auf 92,4 Millionen Dollar.
Immobilienverkauf soll Bilanz entlasten
Nach Quartalsende hat Unifi eine Vereinbarung getroffen, nicht-strategische Immobilien im Amerika-Segment zu verkaufen. Der Bruttoerlös von 60,0 Millionen Dollar soll vollständig in den Schuldenabbau fließen und die Bilanz weiter stärken. Nach Unternehmensangaben soll die Transaktion keine Auswirkungen auf den Kundenservice oder das operative Tagesgeschäft haben.
Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet das Management mit steigendem Umsatz und verbesserter Profitabilität, da die Kostenmaßnahmen erstmals ein volles Jahr wirken sollen. Der Immobilienverkauf könnte dabei zum entscheidenden Baustein werden, um die Bilanz vor dem angepeilten nächsten Wachstumsschritt zu entlasten.
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