Unicure Aktie: AMT-130 verfehlt Signifikanz nach vier Jahren
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue klinische Langzeitdaten haben die Papiere von uniQure unter erheblichen Verkaufsdruck gesetzt. Das Biotech-Unternehmen legte gestern aktualisierte Ergebnisse der Phase-I/II-Studie für den Gentherapiekandidaten AMT-130 zur Behandlung der Huntington-Krankheit vor. Nach einem Zeitraum von 48 Monaten verfehlte der primäre Endpunkt die statistische Signifikanz, was am Markt zu einer deutlichen Neubewertung der Aussichten führte.
Vier-Jahres-Daten verfehlen statistische Signifikanz
Die neuen Auswertungen umfassen zwölf Patienten der Hochdosis-Kohorte über eine Behandlungsdauer von 48 Monaten. Auf der Skala des cUHDRS zeigte sich im Vergleich zu einer aktualisierten externen Kontrollgruppe eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs um 44 Prozent.
Dieser Wert erreichte mit einem p-Wert von 0,144 jedoch keine statistische Signifikanz. Bei der funktionellen Gesamtkapazität (TFC) wiesen die Daten nach vier Jahren eine Verlangsamung des Verfalls um 61 Prozent auf (nominaler p-Wert von 0,008).
Im direkten Vergleich zur vorherigen Zwischenanalyse nach 36 Monaten trübte sich das Bild damit ein. Bei jener Auswertung an 15 Hochdosis-Patienten hatte die Verlangsamung auf der cUHDRS-Skala noch 80 Prozent betragen (nominaler p-Wert von 0,005), während der Wert bei der TFC bei 67 Prozent gelegen hatte.
Laut Unternehmensangaben waren die neuen 48-Monats-Analysen nicht Gegenstand des bereits bei den Behörden eingereichten Zulassungsantrags (BLA). Laut Reuters erklärte uniQure zudem, dass Patienten, die vorzeitig aus der externen Kontrollgruppe ausschieden, offenbar ein schnelleres Fortschreiten der Krankheit aufwiesen, was den Vergleich verzerrt haben könnte.
Analysten reagieren mit geteilten Einschätzungen
An der Börse sorgten die Studienergebnisse für massive Kursverluste. Im heutigen Handel gibt der Kurs hierzulande leicht nach: Die Aktie notiert bei 21,40 Euro, was einem Minus von 0,9 Prozent entspricht. Über die vergangenen sieben Tage summieren sich die Einbußen damit auf 43 Prozent.
Die Reaktionen der Analysehäuser auf die gemeldeten Daten fielen uneinheitlich aus. Goldman Sachs reagierte am heutigen Mittwoch mit einer deutlichen Anpassung des Kursziels: Die Analysten senkten den fairen Wert von $46 auf $31 und beließen die Einstufung auf Neutral.
Als Begründung führten die Experten Fragen hinsichtlich der Dauerhaftigkeit der Therapiewirkung von AMT-130 sowie veränderte regulatorische und kommerzielle Perspektiven nach Vorlage der Vier-Jahres-Daten an.
Das Analysehaus Stifel bekräftigte gestern demgegenüber seine Kaufempfehlung für den Titel. Nach Einschätzung der dortigen Experten stützen die Vier-Jahres-Ergebnisse weiterhin das Vorliegen eines prinzipiellen therapeutischen Effekts. Zwar konstatierte das Haus ein Nachlassen der Wirksamkeit beim cUHDRS-Endpunkt, betonte jedoch zugleich die anhaltende Stabilität bei den TFC-Funktionsdaten.
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