UniCredit, AT1-Anleihe

UniCredit: Neue AT1-Anleihe belastet Aktie

Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 08:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

UniCredit platziert eine 750-Millionen-Euro-Anleihe und stärkt damit das Kernkapital für die geplante Konsolidierung der Commerzbank.

S/W-Reportage: Bankvorstand am Glastisch, Mailänder Hochhaus-Skyline im Hintergrund
UniCredit IT0005239360 – schwarz-weiße Reportage-Fotografie einer Bankenvorstand-Konferenz am Glastisch mit Mailänder Skyline im Hintergrund Illustration mit AI erstellt.

Die Ausgabe einer neuen nachrangigen Anleihe hat die Papiere der italienischen Großbank am Freitag unter Verkaufsdruck gesetzt. Die UniCredit-Aktie gab am letzten Handelstag um 2,5 Prozent auf 81,45 Euro nach. Am Markt sorgte die Kapitalmaßnahme im Vorfeld der geplanten Commerzbank-Integration für Zurückhaltung bei den Anlegern, obwohl das Papier bei institutionellen Adressen auf reges Interesse stieß.

Hohe Nachfrage nach AT1-Papier

Die Bank platzierte am Freitag eine unbefristete Additional-Tier-1-Anleihe (AT1) im Volumen von 750 Millionen Euro. Das Emissionsvolumen stieß auf eine Nachfrage von mehr als 3,5 Milliarden Euro durch institutionelle Investoren.

Der Kupon wurde auf 6,25 Prozent festgesetzt und läuft mit dieser Verzinsung bis Dezember 2031. Anschließend erfolgt alle fünf Jahre eine Neuanpassung auf Basis des Fünfjahres-Mid-Swap-Satzes zuzüglich eines Aufschlags von 284,1 Basispunkten.

Mit der Emission stärkt die Bank ihre aufsichtsrechtliche Kernkapitalquote (Tier 1) um rund 25 Basispunkte. Marktbeobachter werten die Kapitalbeschaffung als Vorbereitung auf die angestrebte Konsolidierung der Commerzbank und die damit verbundene regulatorische Kapitalabsorption.

Vorbereitung auf Commerzbank-Konsolidierung

Das Institut treibt die Expansionspläne weiter voran.

Bereits nach Ablauf der weiteren Annahmefrist am 3. Juli waren UniCredit 17,6 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient worden, womit das Institut nach Freigabe der Stimmrechte Zugriff auf knapp 50 Prozent der Stimmrechte erhält.

Trotz der jüngsten Kursschwäche notiert das Papier mit einem Abstand von 5,7 Prozent in Sichtweite seines 52-Wochen-Hochs von 86,41 Euro. Fundamental stützt das operative Geschäft die Bewertung.

Für das Gesamtjahr stellte das Management einen Nettogewinn von rund 11,5 Milliarden Euro vor Integrationskosten in Aussicht. Parallel dazu prüft die Bank laut Bloomberg Schritte in den Markt für digitale Vermögenswerte und bereitet Infrastrukturen für Verwahr- und Brokeragedienste vor.

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