UniCredit Aktie: Orlopp skizziert HVB-Kauf durch Commerzbank
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Ringen um die Zusammenführung von UniCredit und Commerzbank zeichnen sich konkrete Strukturmodelle ab. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp skizzierte am gestrigen Donnerstag auf einer Finanzkonferenz der Bank of America drei gangbare Wege für das weitere Vorgehen. Dabei brachte sie insbesondere eine Transaktion ins Gespräch, bei der die Commerzbank die deutsche UniCredit-Tochter HypoVereinsbank übernimmt.
HVB-Kauf gegen Aktien als Brückenschlag
Das erste von Orlopp genannte Szenario sieht vor, dass die Frankfurter Bank die Münchner HVB im Wege eines Aktientauschs erwirbt. Im Gegenzug würde UniCredit zusätzliche Anteile am vergrößerten Institut erhalten und so ihre bestehende Position weiter ausbauen.
Als zweite Variante nannte Orlopp eine direkte Fusion beider Häuser. Die dritte Möglichkeit bestehe in einem neuen Angebot von UniCredit an die verbliebenen Minderheitsaktionäre. Eine solche Offerte müsste voraussichtlich mit einer Prämie versehen sein, um die Marke von 90 Prozent des Kapitals zu überschreiten.
Diese Quote ist Voraussetzung für einen vollständigen Ausschluss der Minderheitsaktionäre. Für alle drei Varianten sei laut Orlopp eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent auf der Hauptversammlung erforderlich.
Geduldsspiel mit der Bundesregierung
Die Verhandlungen zwischen Mailand und Frankfurt gestalten sich komplex. Der Bund bleibt als zweitgrößter Anteilseigner ein wichtiger Faktor, auch wenn er über keine formelle Sperrminorität verfügt. Eine breitere Integration beider Institute setzt neben regulatorischen Freigaben auch eine tragfähige politische Verständigung voraus.
Derzeit läuft die Phase des Wartens auf die kartell- und bankenaufsichtsrechtlichen Zustimmungen, die für Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet werden. Solange diese Schritte nicht abgeschlossen sind, agiert das deutsche Geldhaus weiterhin als eigenständige, börsennotierte Einheit.
Am Markt stießen die Signale für Bewegung in den Gesprächen auf reges Interesse. An der Börse ging die UniCredit-Aktie gestern mit einem leichten Abschlag bei 82,71 Euro aus dem Handel. Trotz der jüngsten Konsolidierung liegt der Titel seit Jahresanfang mit 16 Prozent im Plus.
Parallel zu den Aktivitäten in Deutschland richten Beobachter den Blick auf den italienischen Heimatmarkt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtete, sondierten UniCredit und die französische Großbank Crédit Agricole ein mögliches gemeinsames Vorgehen rund um die Banco BPM, bei dem Vermögenswerte aufgeteilt werden könnten. Eine offizielle Bestätigung für entsprechende Pläne liegt bislang nicht vor.
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