UniCredit, Aktie

UniCredit Aktie: Kommission setzt Commerzbank-Prüffrist

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 02:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission will bis zum 16. November vorläufig über UniCredits beantragten Zusammenschluss mit der Commerzbank entscheiden.

Futuristischer CGI-Render: moderner Bankturm mit Glasfassade im Mailänder Stadtbild
UniCredit IT0005239360 – futuristischer Architektur-Render eines Glas-Bankturms in Mailand mit parametrischer Fassade Illustration mit AI erstellt.

Im Ringen um die avisierte Übernahme der Commerzbank hat die Europäische Wettbewerbsbehörde einen ersten zeitlichen Rahmen abgesteckt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters gestern meldete, setzte die Europäische Kommission den 16. November als Frist für ihre vorläufige kartellrechtliche Entscheidung fest. Zuvor hatte die italienische Großbank UniCredit die Genehmigung für den geplanten Zusammenschluss offiziell bei der Behörde in Brüssel beantragt.

Kartellrechtliche Weichenstellung im November

Mit der Einreichung des Antrags liegt das Vorhaben nun bei den europäischen Wettbewerbshütern. Die Kommission prüft im Rahmen der ersten Phase, ob der Zusammenschluss den Wettbewerb im europäischen Bankensektor beeinträchtigt oder Auflagen erfordert. An der Börse reagierten die Papiere am Freitag mit einem leichten Kursplus von 0,6 Prozent auf 76,39 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Zuwachs von 7,6 Prozent.

Für die weiteren Pläne des Mailänder Geldhauses markiert das Prüfverfahren einen entscheidenden Schritt. Sollten die Wettbewerbshüter innerhalb der gesetzten Frist keine vertiefte Prüfung einleiten, wäre eine zentrale Hürde für das Übernahmevorhaben genommen.

Neuer Zeitplan für die Quartalsbilanz

Parallel zum kartellrechtlichen Verfahren passte UniCredit gestern ihren Finanzkalender für das laufende Geschäftsjahr an. Die Genehmigung der Zahlen für das dritte Quartal 2026 durch den Verwaltungsrat wurde auf den 8. November 2026 verlegt. Die anschließende Präsentation der Ergebnisse sowie die Telefonkonferenz für Analysten und Investoren finden am 9. November 2026 statt.

Ursprünglich hatte das Institut die Veröffentlichung der Quartalsdaten für den 21. und 22. Oktober vorgesehen. Mit der Verschiebung rückt die Vorlage der Zwischenbilanz zeitlich unmittelbar an die Entscheidung der Brüsseler Wettbewerbsbehörde heran.

Neuordnung in Russland und digitale Finanzierung

Neben der Expansion in Deutschland treibt das Institut den Umbau seines Portfolios voran. Am Montag autorisierte der russische Präsident Wladimir Putin die Reorganisation der russischen Tochtergesellschaft von UniCredit.

Die Entscheidung ermöglicht Transaktionen für einen angestrebten Verkauf des verbleibenden Bankgeschäfts an einen nicht namentlich genannten Käufer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

UniCredit plant, das zuvor abgespaltene Zahlungsverkehrsgeschäft zu behalten. Das Institut rechnet mit einem Abschluss der Transaktion in der ersten Jahreshälfte 2027, vorbehaltlich bindender Vereinbarungen, der Trennung der Sparten und regulatorischer Zustimmungen.

Auf dem deutschen Markt setzte die Bank am Dienstag zudem operative Akzente im Kapitalmarktgeschäft. UniCredit arrangierte ihren ersten tokenisierten dreijährigen Mini-Schuldschein für das deutsche Immobilienunternehmen OSMAB Holding AG, dessen Finanzierung im September 2029 fällig wird.

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