UniCredit, Aktie

UniCredit Aktie: Berichtstermin an Commerzbank angepasst

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 02:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die EZB erlaubt UniCredit eine höhere Commerzbank-Beteiligung; die Quartalszahlen erscheinen nun am 9. November.
UniCredit IT0005239360 – Makro-Nahaufnahme von Euro-Banknoten mit schimmerndem Sicherheitsstreifen und unscharfen Münzstapeln im Hintergrund Illustration mit AI erstellt.

UniCredit ordnet ihren Zeitplan neu. Die italienische Großbank hat die Veröffentlichung ihrer Bilanz für das dritte Quartal 2026 um mehr als zwei Wochen nach hinten verschoben. Die Billigung des Zahlenwerks durch den Verwaltungsrat soll nun am 8. November 2026 erfolgen, gefolgt von der Präsentation der Ergebnisse am 9. November 2026. Ursprünglich waren die Termine für den 21. und 22. Oktober angesetzt gewesen.

Medienberichten zufolge steht dieser Schritt in engem Zusammenhang mit den Übernahmeambitionen in Frankfurt. Die Verschiebung diene dazu, die Berichterstattung zeitlich auf die Commerzbank abzustimmen, die ihre Quartalsergebnisse am 5. November vorlegen will.

Freie Bahn für Mehrheit an der Commerzbank

Hinter den Kulissen beschleunigt sich das Vorgehen der Mailänder Bank. Am vergangenen Donnerstag erhielt UniCredit von der Europäischen Zentralbank die offizielle Genehmigung, die Beteiligung an der Commerzbank über die Schwelle von 30 Prozent hinaus ohne regulatorische Obergrenze auszubauen.

UniCredit geht davon aus, dass die verbleibenden Aufsichtsverfahren und Angebotsbedingungen bis zum Jahresende abgeschlossen werden können. Zu diesem Zeitpunkt rechnet das Institut damit, rund 50 Prozent der Stimmrechte an der Commerzbank zu halten und die Kontrolle über das Frankfurter Traditionshaus zu übernehmen.

Die Verzögerung bei der Veröffentlichung der eigenen Quartalszahlen verschafft dem Management umso mehr Raum, um auf die Vorlage der Commerzbank-Geschäftszahlen zu reagieren und die künftigen Integrationsschritte anhand der frischen Daten präziser einzuschätzen.

Konzernumbau schreitet parallel voran

Neben den Übernahmeaktivitäten treibt das Institut auch seine interne Strukturierung voran. Am vergangenen Dienstag veröffentlichte das Unternehmen die Unterlagen zu dem vom Verwaltungsrat beschlossenen grenzüberschreitenden Zusammenschluss, bei dem die UniCredit SA/NV vollständig durch Aufnahme auf die UniCredit S.p.A. verschmolzen wird.

Spekulationen über weitere Akquisitionen in Italien erhielten zuletzt hingegen einen Dämpfer. Eine Prüfung strategischer Optionen durch den Verwaltungsrat führte zu keinem Beschluss hinsichtlich einer Beteiligung an der Banca Generali.

Medienberichte stuften ein mögliches Interesse an dem Vermögensverwalter als reine Marktspekulation ein. In Rumänien sieht sich das Institut derweil mit einer Sanktionsentscheidung des dortigen Wettbewerbsrats im Zusammenhang mit dem ROBOR-Referenzzins konfrontiert, gegen die rechtliche Schritte eingeleitet werden sollen.

An der Börse notiert die Aktie von UniCredit bei 75,44 Euro. Damit bewegt sich das Papier praktisch auf dem Niveau seines 200-Tage-Durchschnitts von 75,20 Euro, zu dem der Abstand lediglich 0,3 Prozent beträgt. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Vorlage der beiden Quartalsberichte im November den nötigen Impuls liefert, um die Übernahmepläne in die entscheidende Phase zu lenken.

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