Ulta Beauty Aktie: Lippenstift-Effekt zahlt sich aus
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Während viele Einzelhändler über zurückhaltende Konsumenten klagen, greifen Kunden bei Ulta Beauty weiter tief in die Tasche. Der Kosmetikhändler hat seine Jahresprognose angehoben — und das nach einem Quartal, das die eigenen Erwartungen deutlich übertraf.
Im zweiten Geschäftsquartal, das am 1. August 2026 endete, stieg der Umsatz um 8,9 Prozent auf 3,04 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 2,96 Milliarden Dollar gerechnet.
Der Gewinn je Aktie kletterte um 13,3 Prozent auf 6,55 Dollar und lag damit ebenfalls klar über den Schätzungen von etwa 6,17 bis 6,19 Dollar. Das operative Ergebnis wuchs um 10,1 Prozent.
Höhere Ausgabenlust bei Beauty-Produkten
Vor allem einkommensstärkere und jüngere Käufer treiben die Nachfrage nach margenstarken Parfüms und Make-up-Marken an — trotz hartnäckiger Inflation. Research-Anbieter Placer.ai bringt dafür den sogenannten Lippenstift-Effekt ins Spiel: Wenn das Vertrauen der Verbraucher wackelt, verzichten sie eher auf große Anschaffungen, gönnen sich aber weiterhin kleine, erschwingliche Luxusartikel wie Kosmetik.
Ulta profitiert dabei von einer Doppelstrategie. Auf der einen Seite ziehen günstigere Marken wie Elf Beauty preisbewusste Kunden an. Auf der anderen Seite sorgen Promi-Linien wie Selena Gomez’ Rare Beauty und Beyoncés Cecred für Zulauf bei jungen, kaufkräftigen Kundinnen. Unter CEO Kecia Steelman befindet sich das Unternehmen in einem Turnaround-Prozess, der bislang Früchte trägt.
Prognose nach oben korrigiert
Für das Gesamtjahr rechnet Ulta Beauty nun mit einem Umsatzwachstum zwischen 6,7 und 7,2 Prozent, nach zuvor 6 bis 7 Prozent. Die Prognose für vergleichbare Umsätze wurde auf eine Spanne von 3,2 bis 3,7 Prozent angehoben, vorher waren es 2,5 bis 3,5 Prozent. Beim Gewinn je Aktie peilt das Unternehmen nun 28,70 bis 29,00 Dollar an, verglichen mit zuvor 28,36 bis 28,80 Dollar.
Zusätzlich zur angehobenen Prognose stockte Ulta Beauty sein Aktienrückkaufprogramm für das Geschäftsjahr 2026 auf 1,8 Milliarden Dollar auf, nach zuvor 1,5 Milliarden Dollar. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kursanstieg von rund 2 Prozent.
Die kommenden Quartale dürften zeigen, ob sich der Rückenwind aus dem Beauty-Segment angesichts der von Ulta selbst angesprochenen makroökonomischen Unsicherheit fortsetzt. Für das laufende Geschäftsjahr hat das Unternehmen mit der zweiten Prognoseanhebung in Folge jedenfalls ein deutliches Signal gesetzt.
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