Ulker Aktie: Gewinnsprung trotz Umsatzdelle
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 16:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ülker Bisküvi hat mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal für eine handfeste Überraschung gesorgt. Der türkische Süßwarenhersteller verdiente 1,4 Milliarden Lira – und damit ein Vielfaches dessen, was Analysten von Ak Yatirim mit rund 225 Millionen Lira veranschlagt hatten. Die Aktie reagierte prompt: Sie legte im Handelsverlauf bis auf 98,15 Lira zu, ein Plus von mehr als sechs Prozent.
Der Gewinnsprung täuscht allerdings über eine schwächere operative Basis hinweg. Der Umsatz sank im Quartal um 11,4 Prozent auf 27 Milliarden Lira, die Bruttomarge schrumpfte von 27,2 auf 24,6 Prozent. Noch deutlicher fiel der Einbruch bei der EBITDA-Marge aus: Sie fiel von 14,6 auf 7,4 Prozent. Höhere Kakaokosten, aggressive Rabattaktionen im Heimatmarkt und Effekte aus der Inflationsbilanzierung drückten auf die operative Profitabilität.
Wo der Gewinn tatsächlich herkam
Dass unter dem Strich trotzdem ein Plus von 45,5 Prozent beim Nettogewinn stand, lag an anderer Stelle: Günstigere Wechselkurseffekte und niedrigere Zinsaufwendungen nach einer Refinanzierung sorgten für Entlastung.
Die operative Substanz blieb dagegen unter Druck – ein Bild, das Analysten in der Telefonkonferenz kritisch hinterfragten, etwa mit Verweis auf die international schwache Marge von nur 5,2 Prozent, die vor allem auf verschärften Wettbewerb in Zentralasien und kriegsbedingte Zusatzkosten im Nahen Osten zurückgeht.
Immerhin: Das Mengengeschäft blieb stabil. Das Absatzvolumen legte um 1,3 Prozent auf 163.000 Tonnen zu, in der Türkei hält Ülker trotz eines der promotionslastigsten Quartale der vergangenen Jahre einen Marktanteil von 34 Prozent. Management-seitig wird das als Beleg für die Widerstandsfähigkeit der Marke gewertet – auch wenn das auf Kosten der Preisdurchsetzung ging.
Vorsichtigerer Ausblick, aber gehaltene Margenziele
Für das Gesamtjahr 2026 senkte das Unternehmen seine Umsatzprognose von stagnierend auf einen leichten einstelligen Rückgang. Grund ist eine höhere Inflationserwartung für die Türkei sowie die geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten.
Die EBITDA-Margen-Zielspanne von 13,5 Prozent plus/minus 1,5 Prozentpunkten blieb dagegen unverändert – ein Signal, dass das Management an eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte glaubt, sobald sich die Kakaokosten in den Lagerbeständen normalisieren.
Die Verschuldung bleibt mit einem Netto-Verschuldungsgrad von 1,17 gegenüber dem EBITDA moderat, rund 64 Prozent der offenen Fremdwährungsposition sind abgesichert. Der breitere türkische Aktienmarkt lieferte am Handelstag keinen Rückenwind – der BIST-100-Index tendierte leicht schwächer. Die Kursbewegung bei Ülker ging damit klar auf das Unternehmen selbst zurück, nicht auf ein günstiges Marktumfeld.
Für das dritte und vierte Quartal stellt das Management eine schrittweise Margenerholung in Aussicht, gestützt auf günstigere Kakao-Einkaufspreise, die sich mit Verzögerung im Lagerzyklus niederschlagen sollen.
Ob das reicht, um die Aktie nachhaltig aus der Bandbreite zwischen ihrem 52-Wochen-Tief von 84,9 Lira und dem deutlich höheren Jahreshoch von 141,7 Lira zu befreien, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Rohstoffentlastung tatsächlich in den Margen niederschlägt.
Ulker Biskuvinayi AS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ulker Biskuvinayi AS-Analyse vom 19. August liefert die Antwort:
Die neusten Ulker Biskuvinayi AS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ulker Biskuvinayi AS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Ulker Biskuvinayi AS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
