UDR Aktie: Kapitalumbau mit Aktienrückkauf
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 23:12 Uhr | Redaktion boerse-global.deUDR hat die Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt und die Prognose für 2026 zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Der Gewinn je Aktie stieg auf 0,67 Dollar, nach 0,12 Dollar im Vorjahreszeitraum. Hinter dem Sprung steckt allerdings weniger das operative Geschäft als der laufende Umbau der Bilanz.
Gewinnsprung bei sinkendem Umsatz
Der Nettogewinn lag bei knapp 215 Millionen Dollar, vor einem Jahr waren es rund 39 Millionen. Der Umsatz ging dagegen um 0,9 Prozent auf 428,1 Millionen Dollar zurück. Verkaufte Immobilien reißen eine Lücke, die Zuwächse bei vergleichbaren und zugekauften Objekten nicht ganz schließen.
Operativ zeigt sich das Unternehmen zufrieden. Die Auslastung der Bestandsobjekte lag im mittleren 96-Prozent-Bereich, Zahlungsausfälle gingen zurück, und mehr Mieter blieben. Das half bei der Kostenkontrolle. Für das Schlussquartal erwartet das Management weniger auslaufende Mietverträge als üblich.
Die Prognose für den bereinigten operativen Gewinn (FFOA) je Aktie, die Same-Store-Entwicklung und den Nettogewinn hebt UDR an. Für den Gewinn je Aktie nach GAAP peilt der Konzern für 2026 nun 1,58 bis 1,60 Dollar an.
Apollo-Partnerschaft und Rückkäufe
Im Zentrum steht die abgeschlossene Partnerschaft mit Apollo über 2,0 Milliarden Dollar. UDR brachte 19 Wohnanlagen mit gut 7.000 Wohnungen in ein Gemeinschaftsunternehmen ein und erhielt dafür 1,34 Milliarden Dollar Eigenkapital. Ein Drittel der Beteiligung behält UDR, verwaltet das Portfolio weiter und kassiert eine Verwaltungsgebühr. Zudem besteht eine Rückkaufoption auf Apollos Anteil, frühestens ab dem fünften Jahrestag.
Das Geld fließt teilweise in eigene Aktien. Bis Ende Oktober kaufte UDR rund 5,2 Millionen Papiere zu durchschnittlich 35,48 Dollar zurück. Seit dem Neustart im September 2025 summiert sich das auf gut 16,7 Millionen Aktien. Etwa 20,3 Millionen Stück bleiben im Programm.
Parallel dazu räumt das Unternehmen auf:
- Zwei Anlagen in Seattle und Nashville wurden für 183 Millionen Dollar verkauft.
- Ein Objekt im Raum Washington, D.C. soll für rund 69 Millionen Dollar folgen.
- Das Gemeinschaftsunternehmen mit LaSalle wuchs auf etwa 958 Millionen Dollar.
- Das Portfolio aus Schuldtiteln und Vorzugsbeteiligungen läuft aus, teils durch Übernahme der zugrunde liegenden Immobilien.
Dividende und Bilanz
Die Dividende beträgt monatlich 0,145 Dollar je Aktie, annualisiert 1,74 Dollar. Das liegt 1,2 Prozent über dem Vergleichszeitraum 2025. Im Dezember zahlt UDR die 220. Dividende in Folge.
Die Gesamtverschuldung lag Ende September bei 5,8 Milliarden Dollar mit einem durchschnittlichen Zins von 3,45 Prozent. Der Apollo-Erlös kam erst nach dem Quartalsstichtag und senkt die Verschuldung entsprechend. Personell verstärkt sich UDR mit Scott McCallum als Investmentchef, zuvor zehn Jahre bei Blackstone.
Am 3. November um 18:00 Uhr deutscher Zeit stellt sich das Management in einer Telefonkonferenz den Fragen zu Quartal und Ausblick. Dort dürfte sich zeigen, wie viel des Apollo-Erlöses in weitere Rückkäufe und wie viel in Zukäufe fließt.
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