Ucb Aktie: Autoinjektor für Zilbrysq zugelassen
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 14:08 Uhr | Redaktion boerse-global.deFür Patienten mit generalisierter Myasthenia gravis wird die tägliche Therapie einfacher. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen Autoinjektor für Zilbrysq (Zilucoplan) genehmigt, den Ucb heute bekannt gab. Die Aktie notiert in Brüssel dennoch leicht im Minus bei rund 203 Euro.
Zweite Option zur Selbstanwendung
Das Mittel ist für erwachsene Patienten zugelassen, die Antikörper gegen Acetylcholin-Rezeptoren aufweisen. Bislang stand Zilbrysq nur als Fertigspritze zur Verfügung. Der Autoinjektor gibt beim Aufsetzen auf die Haut automatisch eine vordefinierte Dosis ab. Die tägliche subkutane Gabe bleibt bestehen.
Kommerziell soll das Gerät im ersten Quartal 2027 verfügbar sein.
Studiendaten hinter der Zulassung
Die Entscheidung stützt sich auf drei Untersuchungen. Eine Phase-1-Studie mit gesunden Probanden belegte die Bioäquivalenz zur Fertigspritze. In einer Phase-3b-Studie mit 31 Patienten wurde die Dosis in 99,8 Prozent von 449 Injektionen vollständig abgegeben. Häufigste Nebenwirkung war Schmerz an der Einstichstelle, den drei Patienten meldeten.
Ein Anwendertest rundet das Bild ab: 90 Prozent der 100 Teilnehmer schafften die Injektion beim ersten Versuch ohne vorherige Schulung.
Zilbrysq blockiert das Komplementprotein C5, das an der Schädigung der Verbindung zwischen Nerv und Muskel beteiligt ist. Das Medikament trägt eine Boxed Warning wegen schwerer Meningokokken-Infektionen und ist nur über ein eingeschränktes Risikomanagementprogramm erhältlich. Die Erkrankung selbst gilt als selten. Typische Symptome sind Muskelschwäche, Doppelbilder, hängende Augenlider sowie Schluck- und Atembeschwerden.
Aktie gibt leicht nach
Die Börse reagierte verhalten. Am Donnerstag hatte die Ucb-Aktie noch rund 2 Prozent auf 206 Euro zugelegt und gehörte zu den stärksten Werten im BEL 20. Heute geben die Papiere etwa 1,3 Prozent nach. Ein zusätzliches Präparat für Myasthenia gravis hat Ucb mit Rystiggo im Portfolio, das über einen anderen Wirkmechanismus verfügt.
Der Autoinjektor ändert den Wirkstoff nicht, sondern die Handhabung. Marktbeobachter dürften ihn daher eher als Beitrag zur Patientenbindung denn als neuen Umsatztreiber einstufen. Ab dem ersten Quartal 2027 zeigt sich, wie stark Patienten von der Fertigspritze auf das neue Gerät wechseln.
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