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Uber Aktie: Freight expandiert nach Polen

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 12:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Uber Freight erweitert seine europäische Logistikpräsenz, während höhere Liefergebühren den Wettbewerb im Kerngeschäft weiter angleichen.

Geometrisches Bauhaus-Poster mit stilisiertem Lieferwagen und dem Wort LOGISTICS
Bauhaus-Poster symbolisiert Uber Technologies (US90353T1007): geometrische Formen, stilisiertes Lieferfahrzeug und Schriftzug LOGISTICS in Primärfarben Illustration mit AI erstellt.

Uber Freight, die Logistiksparte des Fahrdienstvermittlers, baut ihr Geschäft in Europa aus. Die Tochter kündigte am Dienstag an, in Krakau einen zweiten europäischen Standort zu eröffnen und dort ein Control-Tower- und Betriebszentrum aufzubauen. Geplant ist die Eröffnung für 2027.

Die bestehende Präsenz in den Niederlanden bleibt erhalten. Uber Freight investiert zudem in Produkt- und Engineering-Ressourcen, um das Transportmanagementsystem für europäische Kunden zu verbessern.

Zur Führung des Europageschäfts holt sich das Unternehmen Mike Doucleff, der zuletzt den US-Markteintritt des Ladeinfrastruktur-Herstellers Alpitronic verantwortete und den Großteil seiner Karriere bei Schneider Electric verbrachte. Er tritt sein Amt am 28. September an und berichtet direkt an Uber-Freight-CEO Rebecca Tinucci.

Wachstumsmarkt mit Milliardenvolumen

Der europäische Straßenfrachtmarkt wird von Uber Freight auf rund 440 Milliarden Euro taxiert. Allein 2025 wurden in der EU 13,3 Milliarden Tonnen Güter per Lkw transportiert. Im selben Jahr verdoppelte Uber Freight die Zahl neuer 4PL-Vertragsabschlüsse in Europa — jenes Logistikmodells, bei dem das Unternehmen als übergeordneter Koordinator mehrere Transportpartner für Kunden steuert.

Das 4PL-Geschäft kam über die Übernahme von Transplace zu Uber Freight und ist getrennt von der 2020 verkauften europäischen Frachtvermittlungssparte zu betrachten. Als frühen Wachstumsschwerpunkt nennt das Unternehmen die Chemiebranche mit ihren komplexen, grenzüberschreitenden Transportnetzwerken aus Straße, Bahn und Kurzstreckenseefahrt.

Der Chemiekonzern OXEA hat Uber Freight bereits mit der Steuerung seiner Transporte über die USA, Kanada, Mexiko und Europa beauftragt — nach eigenen Angaben das erste 4PL-Mandat, das von Beginn an für beide Kontinente konzipiert wurde.

Preisdruck im Kerngeschäft hält an

Während Uber Freight expandiert, zeigt sich im angestammten Ride-Hailing- und Lieferbereich ein anderes Bild. Eine Erhebung von Wells Fargo zum dritten Quartal zeigt, dass Uber seine Liefergebühren um 16 Prozent anhob — der zweite Quartalsanstieg in Folge. Damit liegt Uber preislich nun auf Augenhöhe mit DoorDash, beide Plattformen verlangen einen Aufschlag von 16 Prozent gegenüber Instacart.

Der Kostenvorteil von DoorDash gegenüber Uber schrumpfte im Jahresverlauf spürbar: von 5 Prozent im zweiten auf 2,5 Prozent im dritten Quartal. Die Preisstrukturen der großen Lieferplattformen nähern sich damit zunehmend an, was Beobachter als Hinweis auf einen sich verschärfenden Wettbewerb um Marktanteile werten.

Die Europa-Expansion bei Uber Freight verläuft unabhängig vom Kerngeschäft und dürfte im Berichtswesen des Konzerns erst mit dem geplanten Ausbau der Krakauer Niederlassung 2027 sichtbare Konturen annehmen.

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