TUI Aktie: EBIT-Prognose enger gefasst
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Reisekonzern TUI hat kurz vor Ende seines Geschäftsjahres die Erwartungen an das operative Ergebnis geschärft. Wie das Unternehmen heute mitteilte, wird für das am 30. September 2026 endende Geschäftsjahr 2026 nun ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro auf Basis konstanter Wechselkurse erwartet.
Zuvor lag die Spanne bei 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2025 hatte der Konzern noch ein bereinigtes EBIT von gut 1,4 Milliarden Euro erzielt.
An den Finanzmärkten sorgten die Neuigkeiten für eine verhaltene Reaktion. Im heutigen Handel legte die TUI-Aktie um 0,9 Prozent auf 6,65 Euro zu. Seit dem Jahresanfang verzeichnet das Papier dennoch ein Minus von 26 Prozent.
Kurzfristige Buchungen und geopolitische Belastungen
Hinter der Konkretisierung steht ein verändertes Kundenverhalten sowie ein schwieriges geopolitisches Umfeld. TUI-Kunden buchen ihre Reisen weiterhin tendenziell kurzfristiger. Das Sommergeschäft 2026 lag beim gebuchten Umsatz im Segment Märkte und Airline insgesamt fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.
In Großbritannien betrug das Minus sieben Prozent, während der deutsche Markt mit einem Rückgang von zwei Prozent stabiler blieb. Eine eigene Umsatzprognose für das Gesamtjahr gibt das Management um Vorstandschef Sebastian Ebel weiterhin nicht ab; diese war im April infolge des Iran-Kriegs gestrichen worden, woraufhin der Konzern auch sein Reiseangebot um fünf Prozent verringerte.
Zuletzt zeigte sich jedoch eine leichte Belebung. In den vergangenen vier Wochen lag der gebuchte Sommerumsatz um zwei Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Auch für die kommende Wintersaison 2026/27 zeichnet sich dieser Verlauf ab: Während der gebuchte Umsatz aktuell noch sieben Prozent unter dem Vorjahr notiert, belief sich der Rückstand in den letzten vier Wochen lediglich auf ein Prozent.
Höhere Preise stützen Hotels und Kreuzfahrten
Widerstandskraft zeigte vor allem der Bereich der Urlaubserlebnisse. In den Hotels und Resorts stieg die durchschnittliche Tagesrate im vierten Geschäftsquartal um vier Prozent, während die Auslastung leicht um zwei Prozentpunkte nachgab.
Im Kreuzfahrtbereich legten die verfügbaren Passagiertage um zwölf Prozent zu, unterstützt durch die Flottenerweiterung mit der Mein Schiff Flow, die seit Juni im Einsatz ist. Die Schiffe von TUI Cruises, Marella und Hapag-Lloyd wiesen bei um zwei Prozent gestiegenen Durchschnittspreisen die gleiche Auslastung wie im Vorjahr auf.
Analyst James Wheatcroft vom Bankhaus Jefferies bestätigte nach dem Handelsupdate seine Einstufung mit „Hold“ und beließ das Kursziel bei 7 Euro. Der Mittelwert der eingegrenzten Gewinnspanne decke sich weitgehend mit den Konsensschätzungen, signalisiere jedoch weiterhin ein vorsichtiges Kapazitätsmanagement.
Zudem wies Wheatcroft darauf hin, dass TUI bei den Kerosinkosten für den Sommer 2027 bislang lediglich eine Absicherungsquote von 39 Prozent aufweist. Für den laufenden Sommer liegt diese bei 98 Prozent, für den kommenden Winter bei 63 Prozent.
Die vollständigen und endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 wird der Konzern am 9. Dezember vorlegen.
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