Tuas, Aktie

Tuas Aktie: Rekordgewinn verpufft

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 03:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tuas steigert Umsatz und bereinigten Gewinn deutlich, doch die gescheiterte M1-Übernahme und eine IMDA-Prüfung belasten die Aktie.

Tuas-Aktie fällt trotz starkem Gewinnplus zweistellig
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes bei Dämmerung als Symbol für den Finanzmarkt Illustration mit AI erstellt.

Ein Gewinnsprung von 328 Prozent, und die Aktie bricht trotzdem zweistellig ein. Was wie ein Widerspruch klingt, erklärt sich schnell: Bei Tuas überstrahlt eine gescheiterte Übernahme und eine laufende Regulierungsuntersuchung selbst außergewöhnliche Zahlen.

Der Singapurer Mobilfunk-Herausforderer legte am Mittwoch seine Geschäftszahlen für das am 31. Juli 2026 endende Geschäftsjahr vor. Der Umsatz kletterte um 24 Prozent auf 187,6 Millionen Singapur-Dollar, das bereinigte EBITDA stieg um 22 Prozent auf 83,7 Millionen Singapur-Dollar bei einer stabilen Marge von 45 Prozent.

Der bereinigte Nettogewinn schoss von 6,9 Millionen auf 29,6 Millionen Singapur-Dollar. Die Aktie reagierte darauf mit einem Kurseinbruch von rund 14 bis 16 Prozent, je nach Handelsplatz, und rutschte damit nahe an ihr 52-Wochen-Tief von 1,91 Dollar.

Geplatzte M1-Übernahme wiegt schwer

Der eigentliche Belastungsfaktor liegt nicht in der Bilanz, sondern in einer gescheiterten Konsolidierung. Die im August 2025 angekündigte Übernahme von M1 hätte Singapurs Mobilfunkmarkt von vier auf drei Anbieter verdichtet und Tuas den Sprung vom Herausforderer zum Schwergewicht ermöglicht. Der Deal verfiel jedoch am 21. Mai 2026, weil die Regulierungsbehörde IMDA keine Freigabe erteilte.

Der Weg dorthin war holprig: Nachdem Tuas im September 2025 als kritischer Infrastrukturbetreiber eingestuft wurde, geriet die Prüfung durch einen Cyberangriff auf alle vier Singapurer Telekomanbieter im Februar 2026 zusätzlich unter Beschuss.

Im Mai 2026 setzte die IMDA die Prüfung dann ganz aus — wegen einer Untersuchung zur zweckwidrigen Nutzung von Funkfrequenzen durch SIMBA, Tuas' Mobilfunkmarke. Das Unternehmen betont, vollständig mit den Behörden zu kooperieren, wartet aber weiterhin auf eine offizielle Stellungnahme der IMDA.

Cybersicherheit wird zum Kostenfaktor

Für das kommende Geschäftsjahr rechnet Tuas mit zusätzlichen Cybersicherheits-Investitionen zwischen 15 und 30 Millionen Singapur-Dollar, verteilt auf Investitionen und laufende Kosten. Hinzu kommt reguläres Capex von 50 bis 55 Millionen Singapur-Dollar für Mobilfunk- und Breitbandnetz.

Management-Vertreter machten deutlich, dass die Ausgaben für Cybersicherheit über 2027 hinaus weiterlaufen dürften, da sich Bedrohungslage und regulatorische Anforderungen fortlaufend verschärfen.

Operativ läuft es für Tuas derweil rund. Die Mobilfunk-Kundenbasis wuchs im Jahresvergleich um 16 Prozent auf etwa 1,46 Millionen, während sich die Breitbandkunden auf 62.000 mehr als verdoppelten. Im vierten Quartal verlangsamte sich das Wachstum allerdings spürbar — Management verweist auf verstärkte Sperrungen betrugsverdächtiger SIM-Karten und Wettbewerber, die SIMBAs Tarifstruktur kopieren.

Mit rund 498,8 Millionen Singapur-Dollar an Kassenbestand und Termineinlagen — größtenteils für die geplatzte M1-Übernahme aufgenommen — verfügt Tuas über erhebliche finanzielle Flexibilität. Wofür das Kapital nun eingesetzt wird, ließ das Management offen. Auf die Frage nach einer möglichen Kapitalrückführung verwies der Vorstand lediglich auf zukünftige Entscheidungen des Aufsichtsrats, sollte sich eine passende Gelegenheit ergeben.

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