TSMC, Aktie

TSMC Aktie: UBS warnt vor Rechenzentrums-Verzögerungen bis 2028

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 13:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
UBS rechnet mit weiterem Ausbau von KI-Rechenzentren, sieht aber mögliche Verzögerungen und ab 2028 langsameres Investitionswachstum.
Abstraktes Bild eines modernen Rechenzentrums mit blau beleuchteten Serverracks und Glasfaserkabeln. Illustration mit AI erstellt.

Bei TSMC treffen zuversichtlichere Einschätzungen der KI-Nachfrage auf wachsende Risiken für den Ausbau von Rechenzentren. UBS erwartet ebenfalls keinen Einbruch der Bautätigkeit, sieht aber zunehmende Verzögerungsrisiken in Richtung 2028. Für TSMC spricht damit die erwartete Fortsetzung des Ausbaus, sofern die Projekte tatsächlich umgesetzt werden.

Nachfragevertrauen trifft auf langsameren Ausbau

Zugleich verweist sie auf einen noch folgenden Ausblick. Damit erhält die Nachfrageeinschätzung einen wichtigen Vorbehalt: Für ihre Bewertung bleibt entscheidend, welche Erwartungen TSMC selbst konkretisiert.

TSMC hatte 2025 laut Morningstar rund 70 % Marktanteil am weltweiten Auftragsfertigungsmarkt für Chips. Die starke Marktstellung spricht für das Unternehmen, sofern die Nachfrage nach zusätzlichen Fertigungskapazitäten anhält.

Eine differenzierte Einschätzung zum Investitionszyklus liefert Randy Abrams von UBS. Er erwartet einen fortgesetzten Ausbau der KI-Rechenzentren. Aus bereits laufenden Bauprojekten leitet er für das kommende Jahr weiterhin ein hohes zweistelliges Wachstum der Rechenkapazität ab. Danach dürfte sich der Zuwachs auf etwa 30 % verlangsamen.

Für Anleger verschiebt sich der Schwerpunkt damit auf die Geschwindigkeit des Ausbaus. Ein langsamerer Kapazitätszuwachs könnte die Erwartungen an TSMC begrenzen, falls Investitionen später als bislang geplant wirksam werden.

Abrams verweist zugleich auf eine Finanzierungsschere bei den betreffenden Unternehmen: Der operative Mittelzufluss wächst jährlich um etwa 30–40 %, während die Investitionsausgaben in diesem Jahr um rund 100 % zulegen. Für 2028 erwartet UBS ein langsameres Wachstum der Investitionsausgaben.

Umsetzung und Finanzierung werden entscheidend

Für TSMC spricht nach dieser Einschätzung, dass UBS bei fortschrittlichen Fertigungsverfahren und moderner Chipverpackung weiterhin Investitionsmöglichkeiten sieht. Die positive Perspektive hängt jedoch daran, dass die Rechenzentrumsprojekte trotz politischer und finanzieller Hürden vorankommen.

Die Sorgen nach den US-Zwischenwahlen bilden dafür den belastenden Hintergrund. Mögliche strengere Regeln könnten Genehmigungen erschweren und den Ausbau verzögern oder verteuern.

Für TSMC-Anleger stehen damit zwei Prüfsteine im Vordergrund: die Konkretisierung der Nachfrage im Unternehmensausblick und die tatsächliche Umsetzung der Rechenzentrumsinvestitionen. Die starke Marktposition trägt die positive Einschätzung, solange aus Verzögerungsrisiken keine anhaltende Investitionsschwäche wird.

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