Truist Financial Aktie: Bereinigung kostet Milliarden
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 12:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deTruist hat im dritten Quartal mehr Gewinn erzielt als erwartet, beim Umsatz aber deutlich verfehlt. Der Grund liegt in bewussten Einschnitten: Die Bank trennt sich von Wertpapieren und Krediten und nimmt dafür hohe Verluste in Kauf. Vorbörslich gab die Aktie um rund 2,5 Prozent nach.
Gewinn über den Erwartungen
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,16 Dollar, Analysten hatten mit 1,14 Dollar gerechnet. Der bereinigte Nettogewinn für Stammaktionäre stieg um 12 Prozent auf 1,42 Milliarden Dollar.
Der Umsatz fiel dagegen auf 3,79 Milliarden Dollar (steueräquivalent), erwartet worden waren rund 5,35 Milliarden Dollar. Im Jahresvergleich bedeutet das ein Minus von 27,8 Prozent. Hauptursache ist ein Verlust von 1,45 Milliarden Dollar aus dem Verkauf von Wertpapieren. Hinzu kommen 66 Millionen Dollar Verlust aus dem Verkauf des Kreditportfolios der Regional Acceptance Corporation.
Ohne diese Sonderposten lag der bereinigte Umsatz bei 5,30 Milliarden Dollar und damit praktisch auf dem Niveau des Vorquartals. Der Fehlbetrag zum Konsens ist also vor allem ein Effekt der Portfoliobereinigung.
Kerngeschäft stabil, Bilanz entlastet
Der Zinsüberschuss stieg gegenüber dem Vorquartal um 1,1 Prozent auf 3,71 Milliarden Dollar. Die Zinsmarge legte um zwei Basispunkte auf 3,00 Prozent zu.
Die Einlagen wuchsen um 1,4 Prozent auf durchschnittlich 410,7 Milliarden Dollar, das Kreditvolumen schrumpfte um 1,1 Prozent auf 325,5 Milliarden Dollar.
Die Kreditqualität verbesserte sich nach dem RAC-Verkauf. Der Anteil notleidender Kredite sank auf 0,40 Prozent der Gesamtkredite, nach 0,51 Prozent im zweiten Quartal. Die Netto-Abschreibungsquote betrug 0,77 Prozent, darin stecken 39 Basispunkte aus dem RAC-Geschäft.
Am 14. Oktober unterzeichnete Truist zudem eine Vereinbarung, unbesicherte Konsumentenkredite der Plattform LightStream im Volumen von 7,7 Milliarden Dollar an die Carlyle Group zu verkaufen. Auch dieser Schritt verkleinert das Risikoprofil der Bank.
CEO Mike Lyons sprach von einem soliden Quartal und „entschlossenen Maßnahmen", die Risiko-, Liquiditäts- und Finanzierungsprofil stärkten. Das schaffe mehr Spielraum, um in die besten Geschäftsfelder zu investieren.
Der Kurs hatte am Donnerstag bei 46,57 Dollar geschlossen. Vorbörslich fiel er auf 45,39 Dollar. Ob die Bereinigung die erhoffte Investitionskraft freisetzt, dürfte sich in den Aussagen der Telefonkonferenz am Freitagmorgen zeigen. Dort erläutert das Management die Details.
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