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Treasury Wine Estates Aktie: 492,3 Millionen AUD EBITS

Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 11:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Treasury Wine Estates übertrifft EBIT-Prognose, meldet aber Milliardenverlust durch US-Abschreibungen. Analysten zeigen sich optimistisch und erhöhen Kursziele.

Treasury Wine Estates: Prognose übertroffen, US-Umbau und Kurserholung
Modernes, edles Weinkeller-Ambiente mit atmosphärischer Beleuchtung als Symbol für die Weinwirtschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der australische Weinriese Treasury Wine Estates hat die Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 übertroffen und damit die Grundlage für eine deutliche Kurserholung geschaffen.

Am vergangenen Donnerstag meldete das Unternehmen einen bereinigten Betriebsgewinn (EBITS) von 492,3 Millionen Australischen Dollar. Damit übertraf der Konzern seine eigene Zielspanne, die zuvor bei 480 bis 490 Millionen Dollar gelegen hatte.

Dennoch weist die Bilanz einen hohen statutorischen Nettoverlust von 1,0787 Milliarden Dollar aus. Dieser ist primär auf eine massive Sonderbelastung in Höhe von 1,31 Milliarden Dollar nach Steuern zurückzuführen, die im Zusammenhang mit Wertberichtigungen auf das US-Geschäft steht.

Fokus auf Kernmarken und US-Umstrukturierung

Bereits am Dienstag hatte Treasury Wine Estates Details zu einer umfassenden Neuausrichtung seiner Aktivitäten in den USA bekannt gegeben. Um die Rentabilität langfristig zu sichern, wird die Lieferkette in Nordamerika grundlegend gestrafft.

Dazu gehört die Verkleinerung der Erntemengen im North Coast-Gebiet ab dem Jahr 2026 sowie die Stilllegung einzelner Weinberge, um den Traubenzugang zu verringern. In diesem Zuge sollen auch die Weinkellereien in Paso Robles und San Luis Obispo veräußert werden. Die Produktion der Frank Family Vineyards wird künftig im Zentrum in St. Helena konsolidiert.

Medienberichten zufolge plant das Management, das weltweite Portfolio von ehemals 76 Marken auf weniger als 30 zu reduzieren. Der Fokus liegt künftig auf den sogenannten „Power Brands“ wie Penfolds, DAOU und Matua sowie ausgewählten regionalen Marken, die mittelfristig rund 90 Prozent des Nettoumsatzes beisteuern sollen.

Erste Erfolge dieser Strategie zeichnen sich ab: Während die Marken DAOU ein Absatzplus von 5,0 Prozent verzeichneten, wuchs die Marke Matua im US-Markt um 6,7 Prozent. Besonders das Segment der leichteren Weine („Lighter“) legte dort um 17,4 Prozent zu.

Analysten loben operatives Abschneiden

Die jüngsten Geschäftszahlen und die strategischen Weichenstellungen stießen bei Experten auf ein positives Echo. Die Analysten von Morgans Financial stuften die Aktie am Freitag von „Accumulate“ auf „Buy“ hoch und hoben das Kursziel auf 5,30 Australische Dollar an. Sie verwiesen dabei auf das solide operative Ergebnis, das trotz der hohen Abschreibungen auf Marken wie DAOU, Frank Family und Beaulieu Vineyard erzielt wurde.

Auch das Analysehaus Jarden Research passte seine Einschätzung an. Analyst Ben Gilbert hob am Samstag das Kursziel leicht von zuvor 5,00 auf 5,20 Australische Dollar an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Trotz der Abschreibungen im US-Sektor wird die operative Stärke der Kernmarken, insbesondere bei Penfolds, als positiver Treiber für die künftige Wertentwicklung gewertet.

Marktreaktion und Ausblick

An den Börsen wurden die Nachrichten mit Zuversicht aufgenommen. Im deutschen Handel legte das Papier am Freitag um 2,2 Prozent zu und schloss bei 3,60 Euro.

Über einen Zeitraum von 30 Tagen betrachtet, konnte die Aktie bereits einen Wertzuwachs von 27 Prozent erzielen. Damit setzt sich die Erholung fort, wenngleich der Kurs mit einem Abstand von 21 Prozent noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,55 Euro notiert.

Trotz der operativen Fortschritte entschied sich die Unternehmensleitung dazu, die Dividende vorerst auszusetzen. Parallel dazu meldete Treasury Wine Estates am Freitag die Ausgabe von rund 1,23 Millionen neuen Aktien im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen, die ab dem morgigen Montag an der australischen Börse notiert werden.

Für das kommende Geschäftsjahr 2027 gibt sich das Management vorsichtig optimistisch und erwartet ein Betriebsergebnis, das mindestens auf dem Niveau des abgelaufenen Jahres liegen soll.

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