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Tower Semiconductor Aktie: Innolight setzt auf Silizium-Photonik

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 19:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tower meldet höhere Quartalsumsätze und baut die Zusammenarbeit mit Innolight aus; die Aktie verlor binnen einer Woche knapp 18 Prozent.
Hochtechnologische Silizium-Wafer in einer Reinraumumgebung als Symbol für moderne Halbleiter- und Photonikfertigung. Illustration mit AI erstellt.

Tower Semiconductor hat einen neuen Beleg dafür, dass die Silizium-Photonik-Sparte im KI-Boom ankommt. Der Chiphersteller und der chinesische Optikspezialist Innolight vertiefen ihre Zusammenarbeit bei Near-Package Optics, kurz NPO. Das erste Bauteil dieser Art läuft bereits in früher Produktion.

Was Innolight konkret tut

Innolight fertigt sein erstes NPO-Bauteil auf Towers PH18M-Prozess in der kalifornischen Fabrik. Parallel hat das Unternehmen mehrere weitere NPO-Produkte auf Towers 300-Millimeter-Plattform für künftige Generationen fertig entwickelt (Tape-out).

NPO-Architekturen bündeln typischerweise 16 oder mehr optische Kanäle auf einem Chip. Das stellt hohe Anforderungen an Prozesskontrolle und Ausbeute. Tower verweist auf seine Plattformen, die auch Wellenlängenmultiplexing auf einem einzelnen Chip erlauben.

Innolight nutzt inzwischen vier Tower-Standorte: Newport Beach und San Antonio in den USA sowie je eine Fabrik in Israel und Japan. Tower-Präsident Marco Racanelli nennt den Partner einen Eckpfeiler unter den Fertigungskunden. Die Aktie reagierte an der Börse in Tel Aviv und an der Nasdaq kaum, zuletzt lag sie leicht im Minus.

Starke Zahlen, nervöse Aktie

Der Kontrast zur Kursentwicklung ist auffällig. Tower hat im dritten Quartal 526 Millionen Dollar Umsatz erzielt, ein Plus von 33 Prozent. Die Bruttomarge lag bei 34 Prozent, der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,15 Dollar nach erwarteten 1,07 Dollar.

Für das Schlussquartal peilt das Management rund 600 Millionen Dollar Umsatz an, etwa 3,5 Prozent über den Markterwartungen. Der Silizium-Photonik-Umsatz soll 2026 die Marke von 1,1 Milliarden Dollar übersteigen. Kundenzusagen reichen laut Unternehmen bis ins Jahr 2029.

Dennoch gab die Aktie binnen einer Woche knapp 18 Prozent nach und notiert bei etwa 161 Dollar, fast die Hälfte unter dem Hoch. Stifel senkt das Kursziel von 270 auf 235 Dollar, bleibt aber bei „Buy". Die Analysten begründen das mit niedrigeren Bewertungsmultiplikatoren vergleichbarer Unternehmen, nicht mit schwächeren Geschäftsaussichten. Wedbush ist deutlich vorsichtiger und kappte das Ziel auf 190 Dollar, während StoneX bei 335 Dollar bleibt.

Kapazität als Hebel

Der Ausbau liefert die Grundlage für weiteres Wachstum. Fab 7 soll von etwa 10.000 auf 40.000 300-Millimeter-Wafer im Monat wachsen, sobald die zweite Ausbaustufe 2029 hochfährt.

Die erste Stufe liegt im Plan und soll im dritten Quartal 2027 die Produktion starten, mit rund dreifacher Startkapazität gegenüber dem dritten Quartal 2026.

Für Innolights NPO-Linien wäre das die Kapazität, auf der spätere Produktgenerationen laufen könnten. Ob der Markt Towers Wachstumspfad wieder höher bewertet, dürfte sich an der Auslastung dieser Ausbaustufen entscheiden, deren erster Meilenstein im dritten Quartal 2027 ansteht.

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