TotalEnergies, Aktie

TotalEnergies SE Aktie: Venus-Ausbau hängt an Zusicherungen

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 02:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TotalEnergies verlangt vor der Investitionsentscheidung für Venus verlässliche Zusagen; zugleich kommen Projekte in Suriname und Südafrika voran.

Aquarellgemälde der La Défense Skyline mit Grande Arche, Seine und herbstlichen Bäumen
TotalEnergies FR0000120271 als zartes Aquarell der Pariser La Défense Skyline mit Grande Arche und Herbstreflexionen Illustration mit AI erstellt.

Patrick Pouyanné stellt klare Bedingungen: Der Energiekonzern TotalEnergies will die Erschließung des großen Venus-Ölfelds vor der Küste Namibias nur vorantreiben, wenn vorab verlässliche steuerliche und operative Rahmenbedingungen vereinbart werden.

Vor der für das Jahresende 2026 anvisierten finalen Investitionsentscheidung pocht das Management auf vertragliche Klarheit. An der Börse schloss die Aktie am Freitag bei 75,19 Euro, womit sie seit Jahresanfang um 33 Prozent im Plus liegt.

Harte Verhandlungen um das Venus-Vorkommen

CEO Patrick Pouyanné warnte davor, dass die Entwicklung des Blocks 2913B bei Break-even-Kosten von über 20 Dollar je Barrel wirtschaftlich schwierig werde. TotalEnergies hält einen Anteil von 45,25 Prozent an dem Tiefseevorhaben, dessen Spitzenförderung Pouyanné auf bis zu 160.000 Barrel täglich beziffert.

Neben Streitpunkten um Lizenzlaufzeiten, Stabilisierungsklauseln und künftige Steuergesetze belasten auch politische Überlegungen Namibias die Gespräche, die Mindestbeteiligung einheimischer Partner anzuheben. Ohne feste Zusicherungen und wirtschaftlich tragfähige Vereinbarungen will der französische Konzern die hohen Erschließungsausgaben auf See nicht freigeben.

Als konkrete operative Hürde erweist sich zudem der Hafen von Lüderitz. Dessen Kai bietet mit einer Tiefe von 8,75 Metern derzeit nicht die nötigen Voraussetzungen für die anspruchsvolle Tiefsee-Logistik. Sollte eine Einigung mit der Regierung erzielt werden, visiert das Unternehmen die erste Förderung für das Jahr 2030 an.

Fortschritte in Suriname und Ausbau des Stromgeschäfts

Während das Vorhaben im südlichen Afrika Geduld verlangt, meldet TotalEnergies bei anderen Offshore-Projekten operative Fortschritte. Beim GranMorgu-Projekt vor der Küste Surinames erreichte das Konsortium die Marke von 50 Prozent bei den Vorbereitungen. Die Bohrungen und Offshore-Installationen sollen dort Anfang 2027 beginnen.

Auf dem surinamischen Feld soll das erste Öl 2028 fließen, wobei das Förderschiff für eine Kapazität von 220.000 Barrel am Tag ausgelegt ist. Parallel zur Öl- und Gasförderung baut das Unternehmen sein Portfolio im Bereich der kohlenstoffarmen Energien aus. In Südafrika brachte der Konzern das Hybridprojekt Hydra auf den Weg, das Solarenergie mit Batteriespeichern koppelt.

Ziel von TotalEnergies bleibt es, die weltweite Netto-Stromproduktion bis 2030 auf über 100 Terawattstunden zu steigern. Der Vorstand bekräftigte zuletzt einstimmig diese Doppelstrategie aus klassischer Kohlenwasserstoff-Förderung und integriertem Stromgeschäft unter der Führung von Pouyanné.

Gestützt wird dieser Kurs durch das erste Halbjahr 2026, in dem der Nettogewinn 11,2 Milliarden Dollar erreichte und bis zum Jahresende Aktienrückkäufe von 2,5 Milliarden Dollar vorgesehen sind.

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