TotalEnergies, Aktie

TotalEnergies SE Aktie: Rückzug aus Russland vollzogen

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 20:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

TotalEnergies überträgt seinen Arctic-LNG-2-Anteil an Novatek. Die Rückzahlung von Darlehensforderungen über 1,3 Milliarden Dollar bleibt offen.

TotalEnergies beendet Russland-Engagement bei Arctic LNG 2
Moderne Energieinfrastruktur bei Dämmerung mit atmosphärischer Beleuchtung und industrieller Ästhetik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

TotalEnergies hat den Ausstieg aus einem seiner heikelsten Russland-Engagements abgeschlossen. Der Konzern hat seine Beteiligung von zehn Prozent an Arctic LNG 2 vollständig an NordLine übertragen, eine Tochtergesellschaft des russischen Gaskonzerns Novatek. Damit ist TotalEnergies nach Jahren wachsenden politischen Drucks kein Anteilseigner des sanktionierten LNG-Projekts mehr.

Die Ankündigung war bereits bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal 2026 in Aussicht gestellt worden. Nun ist der Vollzug bestätigt. Finanziell bleibt für TotalEnergies allerdings noch etwas auf dem Spiel: Der Konzern behält Ansprüche auf Rückzahlung seines Anteils an den Aktionärsdarlehen für das Projekt, in Höhe von rund 1,3 Milliarden Dollar. Eine tatsächliche Rückzahlung hängt von den geltenden Sanktionsregeln ab und bleibt damit vorerst offen.

Gabun liefert operative Nebennote

Während der Ausstieg aus Arctic LNG 2 die politisch bedeutsamere Meldung ist, lieferte die Tochtergesellschaft TotalEnergies EP Gabon zeitgleich Zahlen zum zweiten Quartal. Der durchschnittliche Verkaufspreis für das dort vermarktete Rohöl stieg im Vergleich zum ersten Quartal auf 100,2 Dollar je Barrel, getrieben von einem kräftig gestiegenen Brent-Preis infolge der Spannungen im Nahen Osten.

Die Ölproduktion sank im Quartalsvergleich um sieben Prozent auf 15,0 Tausend Barrel pro Tag, bedingt durch den natürlichen Förderrückgang der Felder und Wartungsarbeiten an der Pipeline-Infrastruktur.

Der Nettogewinn der Gabun-Tochter brach im Quartalsvergleich auf 6 Millionen Dollar ein, nach 45 Millionen im Vorquartal — vor allem wegen einer ungünstigen Lagerbestandsbewertung. Für das erste Halbjahr insgesamt verbesserte sich der Gewinn dennoch deutlich auf 51 Millionen Dollar, getragen vom höheren Preisniveau gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Symbolischer Schlussstrich

Der Arctic-LNG-2-Ausstieg markiert für TotalEnergies das Ende eines seit 2022 schwelenden Reputationsrisikos. Der Konzern hatte sich nach Kriegsbeginn in der Ukraine wiederholt Kritik für sein Festhalten an russischen Gasprojekten ausgesetzt gesehen. Mit dem nun vollzogenen Transfer ist diese Altlast aus der Bilanz verschwunden — offen bleibt lediglich, ob und wann die 1,3 Milliarden Dollar an Darlehensforderungen jemals zurückfließen.

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