TKMS Aktie: Kanada wählt 212CD für 24 Milliarden
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 01:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
TKMS sammelt in dieser Woche gleich mehrere internationale Aufträge und Nachrichten ein, die das Wachstumsprofil des Kieler Werftkonzerns unterstreichen. Von Kanada über Indien bis Israel verdichten sich die Signale, dass die Nachfrage nach U-Booten der deutschen Marinewerft ungebrochen hoch bleibt.
Kanada wählt TKMS für Milliardenprogramm
Berichten mehrerer internationaler Medien zufolge hat sich Kanada für TKMS als Lieferant von bis zu zwölf U-Booten der Klasse 212CD entschieden. Die diesel-elektrischen Boote mit außenluftunabhängigem Antrieb sollen die in die Jahre gekommene Victoria-Klasse bis 2034 ersetzen. Das Programm hat ein Volumen von rund 24 Milliarden kanadischen Dollar. Die Einsatzprofile reichen von der Überwachung der drei kanadischen Küsten über die Sicherung arktischer Souveränitätsansprüche bis zum Schutz von Unterseekabeln, über die nach Angaben der Berichte rund 90 Prozent der globalen Telekommunikation laufen. Ottawa entschied sich damit gegen das südkoreanische Modell KSS-III, das mit der ballistischen Rakete Hyunmoo-4 ausgestattet werden kann – ausschlaggebend waren laut den Berichten die NATO-Integration und die europäischen Lieferketten von TKMS.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Marineprogrammen, die TKMS aktuell verhandelt oder bereits abgeschlossen hat, und zeigt, wie breit die internationale Nachfrage inzwischen gestreut ist.
Indien vor Vertragsabschluss, Israel erhält letztes Dolphin-Boot
In Indien steht das Rüstungsprojekt Project-75(I) kurz vor der Unterzeichnung. Das Programm hat einen Wert von über 90.000 Crore Rupien, umgerechnet rund acht Milliarden Euro, und umfasst sechs U-Boote vom Typ 214 mit außenluftunabhängigem Antrieb. Gebaut werden die Boote in Indien durch Mazagon Dock Shipbuilders, TKMS liefert Design und Technologietransfer im Rahmen der "Make in India"-Initiative. Der deutsche Botschafter Philipp Ackermann zeigte sich nach Angaben der Berichte zuversichtlich, dass die Unterzeichnung bald erfolgt – ein final unterschriebener Vertrag liegt bislang jedoch nicht vor.
Bereits abgeschlossen ist dagegen ein anderes Kapitel: Israel hat am 22. Juli mit der INS Drakon das sechste und letzte U-Boot der Dolphin-Klasse von TKMS übernommen. Das in Kiel gebaute Boot verfügt über einen verlängerten Rumpf von 73 Metern, der Berichten zufolge zusätzliche Startrohre für ballistische Waffen ermöglichen könnte und damit eine nukleare Zweitschlagfähigkeit unterstützt. Der Bau war durch den Korruptionsfall "Case 3000" zeitweise verzögert worden. Israel hat bei TKMS bereits die neue Dakar-Klasse mit drei weiteren Booten für rund drei Milliarden Euro bestellt, die erste Auslieferung wird um das Jahr 2030 erwartet – Deutschland beteiligt sich daran mit 570 Millionen Euro.
Navantia-Allianz in Vorbereitung, Kurs konsolidiert nahe Jahreshoch
Parallel zu den Großaufträgen wird an einer strategischen Partnerschaft mit dem spanischen Werftkonzern Navantia gearbeitet. Medienberichten zufolge soll die Allianz noch bis Ende 2026 stehen, Details zur konkreten Ausgestaltung liegen bislang nicht vor. Eine Monatsanalyse bescheinigte der Aktie zudem grundsätzliche Stärke, ohne dabei auf konkrete Kennzahlen einzugehen.
An der Börse spiegelt sich die Auftragsdynamik in einer soliden Kursentwicklung wider. Am Freitag schloss die Aktie bei 82,00 Euro, ein Plus von 1,49 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit ein Zuwachs von 23,87 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 106,58 Euro, das Mitte Oktober markiert wurde, ist der Titel weiterhin gut ein Fünftel entfernt – ein Hinweis darauf, dass trotz der Auftragsflut noch nicht das gesamte Kurspotenzial des Vorjahres zurückerobert wurde. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 5,19 Milliarden Euro.
Für Anleger bleibt der Auftragseingang der zentrale Taktgeber. Sollten die Deals mit Kanada und Indien vertraglich fixiert werden, dürfte sich der bereits prall gefüllte Orderbestand von TKMS weiter deutlich verlängern.
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