Tilray, Aktie

Tilray Aktie: 7,64-Prozent-Sprung auf 6,34 Dollar

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 04:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tilray-Aktie steigt trotz Texas-Verbots für Delta-8-Produkte. Der Konzern peilt für 2027 ein EBITDA von 68 bis 75 Millionen Dollar an.

Tilray Aktie: Kursplus trotz Texas-Verbot für Delta-8-Produkte
Moderne Gewächshausanlage mit üppigen Pflanzen in einer professionellen, sonnendurchfluteten Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Tilray-Aktien legen am Freitag um 7,64 Prozent zu und schließen bei 6,34 kanadischen Dollar. Damit steht für die Woche ein Plus von 10,84 Prozent zu Buche. Bemerkenswert: Der Anstieg kommt ausgerechnet in einer Woche, in der Texas ein zentrales Produktsegment der Cannabisbranche verbietet.

Anleger blicken derzeit vor allem auf die Ziele für das Geschäftsjahr 2027. Die kurzfristige regulatorische Hürde in Texas scheint dabei in den Hintergrund zu rücken.

Ehrgeizige Ziele für 2027

Tilray hat nach Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 eine Prognose für 2027 ausgegeben. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 68 und 75 Millionen Dollar liegen. Das wäre ein deutlicher Sprung im zweistelligen Prozentbereich.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 31. Mai endete, erzielte Tilray einen Rekordumsatz von 915,5 Millionen Dollar. Das entspricht einem Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter dem Strich blieb dennoch ein Verlust: Im vierten Quartal fiel ein Fehlbetrag von 0,43 Dollar je Aktie an.

Der Markt richtet den Blick derzeit weniger auf diesen Verlust als auf die operative Entwicklung. Tilray wandelt sich vom reinen Cannabis-Unternehmen zu einem breiter aufgestellten Konsumgüterkonzern. Genau dieser Umbau bildet den Kern der Strategie für 2027.

Texas verbietet Delta-8-Produkte

Während der US-Markt gebannt auf die mögliche Neueinstufung von Cannabis auf Bundesebene schaut – eine wichtige Frist für Stellungnahmen läuft am 17. August ab –, sorgen einzelne Bundesstaaten für kurzfristige Unsicherheit. Seit dem 31. Juli 2026 verbietet Texas Delta-8-THC-Produkte. Die texanische Gesundheitsbehörde hat strenge Definitionen wieder eingeführt, die den Besitz und Verkauf synthetischer, aus Hanf gewonnener Cannabinoide erneut unter Strafe stellen.

Für Tilrays Konsumgüterstrategie ist das keine Nebensache. Der Konzern ist über seine Tochter Revolver Brewing stark in Texas vertreten. Erst Ende Juli hat Tilray seine Marke "Blood & Honey" um eine Spirituosenlinie mit Whiskey, Gin und Wodka erweitert – speziell für den texanischen Markt.

Die Kernprodukte im Getränkebereich sind vom Delta-8-Verbot nicht direkt betroffen. Trotzdem zeigt der plötzliche Kurswechel genau das Problem, das CEO Irwin Simon wiederholt angesprochen hat: einen regulatorischen Flickenteppich, der die nationale Skalierung von Marken erschwert.

Bilanz gestärkt, Insider im Blick

Am 31. Juli hat Finanzchef Carl A. Merton eine Meldung zu Änderungen seines Aktienbesitzes bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Solche Insider-Meldungen beobachten Privatanleger in volatilen Phasen besonders genau, da sie Rückschlüsse auf die interne Einschätzung der Lage zulassen.

Finanziell steht Tilray robuster da als in den Vorjahren. Zum Ende des Geschäftsjahres 2026 verfügte der Konzern über rund 235 Millionen Dollar an Barmitteln, gesperrten Geldern und handelbaren Wertpapieren. Die Nettoverschuldung sank auf nur noch 0,7 Millionen Dollar. Das verschafft dem Unternehmen Spielraum, die Wachstumsziele für 2027 zu verfolgen, ohne von teuren Kreditverpflichtungen gebremst zu werden.

Die Aktie bleibt trotz des jüngsten Sprungs ein schwankungsanfälliges Papier: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 45,81 Prozent. Der RSI von 54,5 signalisiert dennoch keine Überhitzung, sondern neutrales Terrain nach der starken Wochenperformance.

In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, ob Tilray den Spagat schafft: einerseits die Profitabilitätsziele für 2027 zu untermauern, andererseits mit dem regulatorischen Flickenteppich in einzelnen US-Bundesstaaten umzugehen. Am 17. August läuft die Frist für ergänzende Stellungnahmen zur möglichen Neueinstufung von Cannabis auf Bundesebene ab – ein Termin, der die nächste Kursbewegung mitbestimmen dürfte.

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