Thyssenkrupp Aktie: TK-Accelis-Spin-off im Oktober rechtswirksam
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 21:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Thyssenkrupp treibt die Aufspaltung seines Werkstoffhandels voran. Die außerordentliche Hauptversammlung stimmte vor rund drei Wochen der Abspaltung von TK Accelis zu, seither ist der Kurs der Thyssenkrupp-Aktie um 10,0 Prozent gestiegen. Der Fahrplan für den Börsengang steht inzwischen fest.
Wie die Abspaltung technisch abläuft
Die Aktionäre billigten auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 7. August, 49 Prozent des Werkstoffhändlers TK Accelis abzuspalten und separat an die Börse zu bringen. Die neu gegründete TK Accelis Group AG & Co.
KGaA soll nach dem Listing zunächst mit 51 Prozent bei Thyssenkrupp verbleiben, ehe die Beteiligung schrittweise auf 30 Prozent sinkt. Aktionäre der Thyssenkrupp AG erhalten für je 20 gehaltene Aktien eine Kommanditaktie der neuen Gesellschaft.
Rechtswirksam wird die Transaktion erst mit der Eintragung ins Handelsregister, die für Ende Oktober 2026 erwartet wird. Bis dahin bleibt der Spin-off eine angekündigte, aber noch nicht vollzogene Strukturmaßnahme. Für Anleger bedeutet das: Wer die Aktie hält, sichert sich schon jetzt die spätere Beteiligung an einem eigenständig gelisteten Werkstoffhändler, ohne dass sich am eigentlichen Konzern kurzfristig etwas ändert.
Konzernumbau läuft auf mehreren Ebenen
Der Zuschnitt des Konzerns verändert sich derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig. Während der Werkstoffhandel auf die eigenständige Börsennotiz vorbereitet wird, meldete die Marinesparte TKMS Anfang August eine Anhebung ihrer Wachstumsprognose.
Die Wasserstofftochter Nucera musste dagegen zurückstecken: Sie gab ihre Pläne für eine eigene Massenproduktion von SOEC-Elektrolysezellen auf und verbuchte dafür im vierten Quartal eine Sonderbelastung von rund 30 Millionen Euro, überwiegend aus einer Abschreibung auf die Pilotanlage.
Die Ergebnisprognose für Nucera im laufenden Geschäftsjahr wurde entsprechend auf minus 105 bis minus 75 Millionen Euro gesenkt, die Umsatzerwartung für das Grünwasserstoffgeschäft auf 100 bis 130 Millionen Euro.
Der geplante TK-Accelis-Spin-off steht damit in einem Konzern, der sich gerade in mehrere Richtungen zugleich neu sortiert: Wachstum bei der Marinesparte, Rückschlag beim Wasserstoffgeschäft, und nun die bevorstehende Verselbstständigung des Werkstoffhandels. Für Anleger heißt das, die Ergebnisentwicklung der einzelnen Sparten künftig getrennter zu betrachten, sobald TK Accelis eigenständig notiert.
Kurs spiegelt Zuversicht der Anleger
Die Aktie schloss am Freitag bei 14,67 Euro, nach einem Minus von 1,2 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 23 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich das Papier um 57 Prozent verteuert.
Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 15,18 Euro, erreicht am 28. August, beträgt lediglich 3,4 Prozent – die Aktie notiert also nahe ihrem Jahreshöchststand.
Diese Nähe zum Hoch fällt in eine Phase, in der der Konzern gleich mehrere strukturelle Weichen stellt. Der bevorstehende Spin-off von TK Accelis dürfte in den kommenden Wochen zum zentralen Beobachtungspunkt für Anleger werden, bevor im Oktober die rechtliche Wirksamkeit ansteht.
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