Thyssenkrupp Aktie: tk accelis geht am 28. Oktober an die Börse
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Laut der Nachrichtenagentur Reuters peilt Thyssenkrupp den 28. Oktober für die separate Börsennotierung seiner Materialhandelssparte tk accelis an. Unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Personen soll das Geschäft an der Frankfurter Börse gelistet werden. Die Thyssenkrupp-Aktie gab heute im Handel nach und steht bei 13,83 Euro, was einem Minus von 1,9 Prozent entspricht.
Abspaltung von 49 Prozent der Anteile
Der Essener Traditionskonzern plant demnach, 49 Prozent der Sparte separat abzuspalten. Thyssenkrupp selbst soll eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an dem Handelsunternehmen behalten. Die restlichen Papiere gehen an die bisherigen Anteilseigner, wobei zehn Prozent an die Krupp-Stiftung fließen sollen.
Mit diesem Schritt treibt das Management den Umbau des Konzerns zu einer Holdingstruktur voran. Anstatt die Geschäfte rein operativ zu führen, will Thyssenkrupp künftig bedeutende Beteiligungen an eigenständig aufgestellten Einheiten halten.
Die Aktionäre hatten dieser Aufspaltung bereits im August mit einer Mehrheit von 99,99 Prozent der Stimmen zugestimmt. Thyssenkrupp selbst bestätigte das genaue Datum für den Gang aufs Parkett nicht und betonte lediglich, dass die Notierung bis zum Jahresende geplant sei.
Milliardenbewertung und Margenziele
Die Analysten von Jefferies schätzen den möglichen Unternehmenswert von tk accelis inklusive Schulden auf rund 3,6 Milliarden Euro. Der Werkstoffhändler zählt rund 15.500 Beschäftigte in 30 Ländern. Im Geschäftsjahr 2024/25 erwirtschaftete der Bereich einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro.
Mittelfristig peilt die Sparte zudem eine spürbare Steigerung der operativen Profitabilität an. Ziel ist eine bereinigte EBITDA-Marge in einer Spanne von 4 bis 5 Prozent. Im Geschäftsjahr 2024/25 lag dieser Wert noch bei 2 Prozent.
Portfoliobereinigung stützt Jahresbilanz
Für die Anteilseigner markiert die geplante Abspaltung einen weiteren Schritt, um die komplexe Konzernstruktur zu vereinfachen und Bewertungsabschläge abzubauen. Durch die eigenständige Notierung soll die Handelssparte am Kapitalmarkt transparenter bewertet werden können, während Thyssenkrupp weiterhin maßgeblichen Einfluss auf die Tochter behält.
Trotz der heutigen Kursabgaben blickt die Thyssenkrupp-Aktie auf ein bisher dynamisches Handelsjahr zurück. Seit Jahresanfang steht ein Kursplus von 48 Prozent zu Buche. Ob der anvisierte Termin Ende Oktober tatsächlich eingehalten wird, hängt nun von den finalen Vorbereitungen für das Frankfurter Börsendebüt ab.
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