Thyssenkrupp, Aktie

Thyssenkrupp Aktie: Kone-Deal könnte 3,4 Milliarden bringen

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 10:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kone treibt die TK-Elevator-Übernahme voran, während Thyssenkrupp auf bis zu 3,4 Milliarden Euro und neue strategische Optionen hofft.

Thyssenkrupp winken bis zu 3,4 Milliarden Euro von Kone
Moderner, metallischer Aufzugsschacht mit klarer architektonischer Linienführung und atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Der finnische Aufzugkonzern Kone treibt die Übernahme von TK Elevator voran – eine Transaktion, die Thyssenkrupp direkt in die Kasse spülen könnte. Der Essener Mischkonzern hält nach dem einstigen Verkauf noch 16,2 Prozent an TK Elevator und könnte durch den Deal bis zu 3,4 Milliarden Euro aus Bargeld und Kone-Aktien erhalten. Die Übernahme bewertet TK Elevator einschließlich Schulden mit rund 29,4 Milliarden Euro.

Für Thyssenkrupp wäre der Zufluss ein weiterer Baustein in einer ohnehin schon deutlich verbesserten Kapitalausstattung. Der Konzern hatte im Mai die Gespräche über eine mögliche Beteiligung Dritter an der Stahlsparte pausiert und dies mit verbesserten Rahmenbedingungen sowie erheblichem Wertsteigerungspotenzial der Sparte begründet.

Die Kombination aus einem möglichen Milliardenzufluss aus dem Aufzuggeschäft und einer eigenständig weiterentwickelten Stahltochter verschafft dem Vorstand um Miguel Ángel López Borrego und Finanzvorstand Axel Hamann strategischen Spielraum.

Analysten sehen Nachholbedarf bei der Bewertung

Am Freitag hob Citigroup-Analyst Ephrem Ravi sein Kursziel für Thyssenkrupp deutlich auf 20 Euro an und bekräftigte seine Kaufempfehlung. Ravi begründete den Schritt damit, dass der Konzern reich an Kurstreibern und Finanzmitteln sei, die Bewertung der Aktie aber noch Nachholbedarf habe.

Der potenzielle Milliardenerlös aus dem TK-Elevator-Anteil dürfte einer der Faktoren sein, die Analysten wie Ravi im Blick haben – neben der bereits vor rund zwei Wochen angehobenen Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr und der Stärke in den Sparten Steel und Naval.

Der Markt hat einen Teil dieser Fantasie bereits eingepreist. Die Aktie schloss am Freitag bei 14,67 Euro und liegt damit nur noch 3,4 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Allein in den vergangenen sieben Handelstagen legte das Papier um 9,2 Prozent zu – ein Tempo, das die Fantasie rund um Portfolioumbau und Sonderausschüttungen widerspiegelt.

Aufzugssparte als Wertschöpfungsquelle

Der Kone-Deal ist die konsequente Fortsetzung einer Strategie, mit der Thyssenkrupp sich seit Jahren von Randgeschäften trennt und Kapital für den Kernkonzern freisetzt.

Die einstige Trennung von TK Elevator brachte dem Konzern bereits erhebliche Mittel, die Restbeteiligung von 16,2 Prozent blieb als Optionswert erhalten. Kommt die Übernahme durch Kone zum Abschluss, würde Thyssenkrupp diesen Wert endgültig realisieren – in einer Mischung aus Cash und Aktien des finnischen Käufers.

Für Anleger verknüpft sich damit die kurzfristige Nachricht mit der langfristigen Erzählung: Ein Konzern im Umbau, der Randbeteiligungen monetarisiert, die Stahlsparte eigenständig weiterentwickelt und gleichzeitig von Analysten wie Citigroup wegen unausgeschöpfter Bewertungsreserven hervorgehoben wird.

Ob der Kone-Deal tatsächlich in der genannten Größenordnung abgeschlossen wird, bleibt von behördlichen Freigaben und dem weiteren Verlauf der Transaktion abhängig.

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