Thyssenkrupp Aktie: Höchststand seit 2018
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Quartalsbericht, der bei der Marge enttäuscht – und trotzdem den höchsten Kursstand seit acht Jahren auslöst. Bei Thyssenkrupp zeigt sich am Donnerstag, wie stark der Markt inzwischen auf die Umbaustory und weniger auf einzelne Kennzahlen schaut. Die Aktie legte via Xetra um knapp fünf Prozent auf gut 13 Euro zu.
Gewinn steigt, Marge bleibt Schwachpunkt
Im dritten Geschäftsquartal verdiente der Konzern nach Steuern 34 Millionen Euro, nach einem Verlust von 255 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz kletterte um acht Prozent auf rund 8,8 Milliarden Euro. Getragen wurde die Entwicklung vor allem vom Stahlgeschäft, dem Werkstoffhandel TK Accelis und der Marinetochter TKMS – während das Automotive-Geschäft schwächelte.
Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro. Analysten hatten hier mehr erwartet, ebenso bei der Marge, die mit 2,1 Prozent unter der Konsensschätzung von 2,4 Prozent blieb. Zum positiven Nettoergebnis trug auch ein Bilanzeffekt aus dem Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter bei, der im laufenden Quartal allerdings mit einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag belasten dürfte.
Prognose angehoben, Auftragseingang schwächer
Thyssenkrupp hob das untere Ende seiner Ergebnisprognose an: Das bereinigte Ebit soll nun zwischen 600 und 900 Millionen Euro liegen, zuvor lag die Spanne bei 500 bis 900 Millionen Euro. Der Nettoverlust soll maximal 700 statt 800 Millionen Euro betragen. Beim Umsatz rechnet der Konzern nun mit einem Rückgang zwischen einem und drei Prozent – ein unverändertes Niveau gilt nicht mehr als realistisch.
Weniger erfreulich: Der Auftragseingang fiel mit 7,7 Milliarden Euro ein Viertel niedriger aus als im Vorjahr, als zwei Großaufträge bei TKMS das Neugeschäft beflügelt hatten. Auch im Automotive-Bereich gingen die Bestellungen zurück.
Umbau nimmt Fahrt auf
Konzernchef Miguel López sprach von wachsender operativer Stärke und strategischer Klarheit. Die Aktionäre haben der Abspaltung von TK Accelis bereits zugestimmt, die Börsennotierung soll voraussichtlich Ende Oktober erfolgen – Thyssenkrupp will dabei wie schon bei TKMS die Mehrheit behalten.
Bei Steel Europe strebt der Konzern hingegen nur noch einen Minderheitsanteil an, nachdem der Verkauf an den indischen Konzern Jindal Steel gescheitert war. Einen konkreten Zeitplan gibt es dafür noch nicht, Ende September ist aber ein Kapitalmarkttag der Stahlsparte angesetzt.
Analyst Tommaso Castello von Jefferies wertete das Quartal als Beleg dafür, dass die Kostenmaßnahmen im schwierigen Marktumfeld greifen. Skeptischer äußerte sich Dominic O'Kane von JPMorgan mit Blick auf das operative Ziel der Stahlsparte von 350 bis 400 Millionen Euro für das Geschäftsjahr – nach neun Monaten stehen bereits 373 Millionen Euro zu Buche. Ob das Ziel schlicht vorsichtig kalkuliert ist oder sich zum Jahresende Probleme andeuten, ließ er offen.
Zusätzliche Unsicherheit bringt aktuell das Niedrigwasser am Rhein. Finanzvorstand Axel Hamann versicherte, die Kundenversorgung sei nicht gefährdet – man habe die Bahnanlieferung von Rohstoffen bereits verdoppelt und prüfe weitere Alternativen. Sollte sich die Lage jedoch deutlich verschärfen, schloss er einen Effekt auf das Ergebnis nicht aus.
Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 14. August liefert die Antwort:
Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
