Thyssenkrupp, Aktie

Thyssenkrupp Aktie: Fahrwerksbereich verliert 160 bis 180 Stellen

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Für Essen und Ennepetal sind 160 bis 180 Stellen weniger vorgesehen; die Stoßdämpferproduktion in Ennepetal soll unverändert bleiben.

Fotorealistisches Stahlwerk mit Hochofen und Dampf bei Sonnenuntergang
thyssenkrupp AG (DE0007500001): fotorealistisches Stahlwerk bei Sonnenuntergang mit glühendem Hochofen, aufsteigendem Dampf und nasser Betriebsfläche Illustration mit AI erstellt.

Der Essener Industriekonzern setzt den Umbau seiner Kernbereiche fort. Nach den tiefgreifenden Plänen für die Stahlproduktion kündigte die Sparte Thyssenkrupp Automotive Technology gestern Maßnahmen für das Fahrwerksgeschäft an. An den Standorten Essen und Ennepetal sollen rund 160 bis 180 Stellen wegfallen. An der Börse gab die Thyssenkrupp-Aktie heute um 1,6 Prozent nach und notierte bei 14,28 Euro.

Anpassungen bei Entwicklung und Engineering

Die geplanten Streichungen im Fahrwerksbereich zielen laut Reuters vor allem auf die Bereiche Entwicklung und Engineering ab. Die Stoßdämpferfertigung am traditionsreichen Standort Ennepetal soll dagegen in vollem Umfang weiterlaufen.

Das Management will die geplanten Schritte nun mit den Arbeitnehmervertretern beraten. Als Termin für das Inkrafttreten der Neuorganisation peilt der Konzern den 1. Januar 2027 an. Die Sparte reagiert damit auf den anhaltenden Kostendruck und die strukturellen Verschiebungen bei den Automobilherstellern.

Umfassender Umbau der Stahlsparte

Die Neuordnung im Autogeschäft folgt auf weitreichende Beschlüsse in der europäischen Stahlsparte.

Angestrebt wird ein bereinigtes EBITDA von mindestens 1,2 Milliarden Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von mehr als 11 Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet die Sparte mit rund 400 Millionen Euro bereinigtem EBITDA.

Ein konkretes Zieldatum für das Erreichen der Mittelfristziele nannte das Management allerdings nicht. Unterstützung erhält das Geschäft zudem von regulatorischer Seite: Die Europäische Union führte am vergangenen Freitag vorläufige Schutzmaßnahmen mit Importquoten und Mindestpreisen für bestimmte elektrische Stähle ein.

Analysten blicken auf die Neuausrichtung

Die Reorganisation der Sparten stößt am Finanzmarkt auf unterschiedliche Resonanz. Deutsche Bank Research bestätigte die Einstufung für Thyssenkrupp am Dienstag nach dem Kapitalmarkttag der Stahlsparte mit „Buy“ und setzte ein Kursziel von 18 Euro fest.

Das Analysehaus JPMorgan zeigte sich dagegen verhaltener und beließ die Einstufung am selben Tag auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 15 Euro. Trotz der jüngsten Konsolidierung verzeichnet das Papier seit Jahresanfang ein Kursplus von 53 Prozent.

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