Thyssenkrupp Aktie: Drei Banken erhöhen Kursziele
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 23:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gleich drei große Banken haben ihre Kursziele für Thyssenkrupp binnen weniger Tage kräftig angehoben. Bank of America, Citigroup und die DZ Bank sehen nach der jüngsten Berichtssaison und der fortschreitenden Konzernumbaus deutlich mehr Potenzial in der Aktie, als sie es noch vor kurzem taten.
Die Bank of America erhöhte ihr Kursziel am 20. August von 19 auf 22 Euro und begründete den Schritt mit steigender Profitabilität durch die laufende Restrukturierung sowie mit der Aussicht auf eine mögliche teilweise Abspaltung des Stahlgeschäfts. Einen Tag später zog Citigroup nach und hob ihre Zielmarke auf 20 Euro an, verbunden mit einer bestätigten Kaufempfehlung.
Auch die DZ Bank stufte das Papier am selben Tag von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und erhöhte den fairen Wert von 11 auf 16 Euro. Zurückhaltender bleibt JPMorgan: Die Bank hatte bereits am 14. August ihr Kursziel auf 15 Euro angepasst, das Rating aber bei „Neutral“ belassen.
Die aktuelle Kursreaktion fällt verhalten aus: Am heutigen Dienstag notiert die Aktie bei 14,22 Euro und damit knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 15,18 Euro, das erst vor wenigen Tagen erreicht wurde. Der Abstand von 6,3 Prozent zeigt, dass der Markt einen Teil der optimistischen Analystensicht bereits vorweggenommen hat.
Konzernumbau nimmt Fahrt auf
Hinter der neuen Zuversicht der Banken steht vor allem der fortschreitende Umbau des Konzerns. Anfang August billigte eine außerordentliche Hauptversammlung die Verselbstständigung von tk accelis, der früheren Materials-Services-Sparte. Damit trennt sich Thyssenkrupp von einem traditionsreichen Geschäftsbereich und schärft das Profil der verbleibenden Konzernstruktur – ein Schritt, den insbesondere die Bank of America als Beleg für die Ernsthaftigkeit der Restrukturierung wertet.
Auch operativ hat die Reise Fortschritte gemacht: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 legten Umsatz und bereinigtes EBIT zu, für die ersten neun Monate meldete der Konzern eine deutliche operative Verbesserung. Diese Entwicklung liegt bereits gut drei Wochen zurück und hat die Aktie seither um 6,6 Prozent nach oben getrieben – die aktuelle Analystenwelle baut darauf auf, statt sie neu auszulösen.
Investitionen in Nachhaltigkeit
Parallel zum großen strategischen Umbau setzt Thyssenkrupp auch auf kleinere, aber symbolträchtige Projekte. Die Verpackungssparte Rasselstein plant gemeinsam mit VSB Integrated Energy Solutions eine 8-Megawatt-Solaranlage am Standort Andernach.
Der Baubeginn ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme soll Mitte 2027 erfolgen. Solche Vorhaben unterstreichen den Anspruch des Konzerns, Produktionsprozesse energetisch zukunftsfähiger aufzustellen – ein Aspekt, den Investoren zunehmend in ihre Bewertung einpreisen.
Für Anleger ergibt sich damit ein Bild, das von zwei Kräften getragen wird: der operativen Erholung, die sich in den jüngsten Quartalszahlen zeigte, und der strategischen Neuordnung des Konzerns, die mit der Verselbstständigung von tk accelis einen sichtbaren Meilenstein erreicht hat.
Die jüngste Serie von Kurszielerhöhungen honoriert diese Entwicklung, auch wenn die Einschätzungen der Häuser – von JPMorgans vorsichtigem „Neutral“ bis zu Citigroups optimistischem Kursziel von 20 Euro – weiterhin auseinandergehen.
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