Thyssenkrupp Aktie: 51 Prozent an tk accelis
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 06:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Thyssenkrupp hat heute den Zwischenbericht für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/2026 veröffentlicht. Vorstandschef Miguel Ángel López Borrego und Finanzvorstand Axel Hamann stellten die Zahlen ab 11:00 Uhr in einer Analysten-Telefonkonferenz vor. Der Termin fällt in eine Phase, in der der Konzern seinen Umbau zur schlanken Holding mit einem weiteren großen Schritt vorantreibt.
Der Analystenkonsens hatte im Vorfeld einen Umsatz von 8,39 Milliarden Euro erwartet, ein Plus von 2,94 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Beim Ergebnis je Aktie rechneten die Schätzungen mit 0,025 Euro – nach einem Verlust von 0,450 Euro je Aktie im Vorjahresquartal.
Für das gesamte laufende Geschäftsjahr gehen die Analysten im Schnitt von 0,302 Euro Gewinn je Aktie aus, nach 0,750 Euro im Vorjahr, bei einem geschätzten Jahresumsatz von 32,20 Milliarden Euro gegenüber 32,84 Milliarden Euro zuvor.
Abspaltung von tk accelis nimmt Form an
Parallel zur Quartalssaison treibt Thyssenkrupp die Trennung von seiner Werkstoffhandelssparte tk accelis voran. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am vergangenen Freitag billigten die Aktionäre die Abspaltung.
Je 20 Thyssenkrupp-Aktien erhalten Anleger künftig eine Aktie der neuen Gesellschaft, an der der Konzern zunächst noch 51 Prozent hält. Die Eintragung ins Handelsregister ist bis Ende August geplant, rechtswirksam soll die Trennung Ende Oktober werden. Eine Börsennotierung von tk accelis in Frankfurt ist bis Ende 2026 vorgesehen.
Damit ist tk accelis nach der Wasserstofftochter Nucera und der Marinesparte TKMS bereits der dritte große Baustein im Umbau zur Finanzholding, den López Borrego vorantreibt. Die neue Gesellschaft bringt substanzielle Größe mit: rund 15.500 Beschäftigte, mehr als 400 Standorte und zuletzt 11,4 Milliarden Euro Umsatz. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres war das bereinigte Ergebnis der Sparte um 179 Prozent gestiegen.
Kurs zeigt sich vor Zahlen robust
An der Börse hat sich die Aktie zuletzt gefestigt. Am Mittwoch schloss das Papier bei 12,36 Euro, nach einem Tagesplus von 2,8 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Zuwachs von 5,3 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 33 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 13,34 Euro, erreicht im Oktober vergangenen Jahres, fehlen der Aktie noch 7,3 Prozent.
Deutsche Bank Research hatte am 22. Juli das Kursziel für Thyssenkrupp von 14,50 auf 16,00 Euro angehoben und die Einstufung „Buy“ vergeben – zu einem Zeitpunkt, als der Umbau des Konzerns bereits konkrete Formen annahm. Ob sich diese Einschätzung nach den heutigen Zahlen bestätigt, dürfte sich in den kommenden Analysen zeigen.
Für Anleger bündeln sich damit an diesem Donnerstag zwei Ereignisse: die operative Bilanz des Konzerns über neun Monate und der greifbare Fortschritt bei der Zerlegung in eigenständige Einheiten. Beide Stränge zusammen dürften bestimmen, wie der Markt Thyssenkrupp in den kommenden Wochen bewertet.
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