Thule, Aktie

Thule Aktie: Marge trotz Zollhilfe

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 09:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Profitabilität und ein Führungswechsel treffen auf schwaches organisches Wachstum und unterschiedliche Entwicklungen in den Regionen.
Abstrakte Darstellung einer globalen Logistik- und Industrieumgebung mit Fokus auf Handelsinfrastruktur und Warenbewegung. Illustration mit AI erstellt.

Thule legt solide Quartalszahlen vor, doch das Wachstum bleibt schwach. Der schwedische Hersteller von Dachboxen und Fahrradträgern steigerte das operative Ergebnis im dritten Quartal kräftig, verdankt einen Teil davon aber Zollerstattungen. Parallel dazu sorgte ein Chefwechsel im Verwaltungsrat für Aufsehen.

Gewinn steigt, Umsatz stockt

Das operative Ergebnis kletterte auf 521 Millionen schwedische Kronen, nach 453 Millionen im Vorjahr. Die Marge lag bei 20,0 Prozent (Vorjahr: 17,9). In dem Betrag stecken Zollerstattungen von 52 Millionen Kronen. Ohne diesen Effekt bewegte sich die Profitabilität laut Konzernchef Mattias Ankarberg auf dem historisch hohen Niveau des Vorjahres, trotz höherer Rohstoffkosten. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 49,3 Prozent.

Der Umsatz wuchs um 3 Prozent auf 2,6 Milliarden Kronen. Organisch waren es nur 1,2 Prozent, ein Prozentpunkt entfiel auf Wechselkurse. Der Gewinn je Aktie stieg auf 3,65 Kronen nach 2,91 Kronen.

Regional zeigt sich ein gemischtes Bild. Europa wuchs organisch um 3,9 Prozent, Nordamerika schrumpfte um 0,8 Prozent, weil der Handel bei den Lagerbeständen vorsichtig bleibt. Im Rest der Welt ging der Umsatz organisch um 12,4 Prozent zurück. Bremsend wirkten zudem der schwächere Markt für Freizeitfahrzeuge im Sommer und die veränderte Taktung der Smartphone-Launches, die Taschen und Halterungen traf.

Ziele noch fern

Die Konzernziele sieht das Management auf Kurs. Angestrebt sind sieben Prozent organisches Wachstum pro Jahr, nach neun Monaten stehen 2,5 Prozent zu Buche, nach einem Minus von 1 Prozent im Vorjahr. Die bereinigte Marge der vergangenen zwölf Monate liegt bei 17,3 Prozent, das Ziel sind 20 Prozent.

Das stärkste Wachstum kommt aus dem Segment Active with Kids & Dogs, das seit Jahresbeginn um 13 Prozent zulegte. Hundetransport und Kindersitze entwickeln sich dort schneller als alle früheren Neukategorien. Kurzfristig erwartet Ankarberg keine nennenswerte Besserung der Marktlage, zumal das vierte Quartal umsatzseitig das kleinste ist.

Wechsel an der Verwaltungsratsspitze

Nach Quartalsende trat Verwaltungsratschef Hans Eckerström zurück. Zuvor hatten die Großaktionäre AMF, Handelsbanken Fonder und Alecta, zusammen rund 28 Prozent der Anteile, eine außerordentliche Hauptversammlung zur Neuwahl des Vorsitzenden verlangt.

Vize Per-Arne Blomquist übernimmt das Amt bis zur nächsten Jahreshauptversammlung. Die Investoren zogen ihren Antrag daraufhin zurück und erklärten, sie stützten das verbleibende Gremium und die Konzernführung.

Die Aktie legte im Handel zuletzt um rund 3,7 Prozent auf 205 Kronen zu. Am Markt dürfte die Kombination aus Margenstärke und geklärter Führungsfrage Rückhalt geben. Entscheidend bleibt, ob die organische Wachstumsrate im Schlussquartal anzieht: Ankarberg setzt dabei auf Produktneuheiten für die kommende Saison.

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