Thomson Reuters Aktie: Gericht weist Ross-Berufung ab
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 22:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein US-Berufungsgericht hat gestern einen wegweisenden juristischen Erfolg für Thomson Reuters im Bereich der künstlichen Intelligenz bestätigt. Das Berufungsgericht des 3. Bezirks wies die Berufung des ehemaligen Konkurrenten Ross Intelligence ab und verwarf dessen Einwand der fairen Nutzung bei der Verwendung geschützter Westlaw-Inhalte. An den Finanzmärkten notiert die Aktie heute mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 139,59 CAD.
Signalwirkung für geistiges Eigentum
Im Zentrum der juristischen Auseinandersetzung stand das Training von KI-Modellen mit urheberrechtlich geschützten Daten. Ross Intelligence hatte sogenannte Westlaw-Headnotes verwendet, um eine eigene KI-gestützte Rechtssuche aufzubauen. Das zuständige US-Berufungsgericht wies die Argumentation von Ross zurück, wonach dieser Datenzugriff unter die sogenannte Fair-Use-Doktrin falle.
Die gerichtliche Entscheidung gilt als erster Fall dieser Art rund um KI-Urheberrechte, der auf Ebene eines US-Berufungsgerichts verhandelt wurde. Die genauen Entscheidungsgründe hielt das Gericht vertraulich und unter Verschluss. Für Ross Intelligence, dessen Plattform bereits im Jahr 2021 geschlossen wurde, bedeutet der Richterspruch eine endgültige Niederlage im Streit um die Datenbanken des Medien- und Technologiekonzerns.
Schutz der Westlaw-Datenbasis
Für Thomson Reuters bedeutet das Urteil eine juristische Absicherung der eigenen Kernwerte. Die strukturierte Datenbank Westlaw gehört zu den zentralen Pfeilern des Unternehmens, deren Inhalte zunehmend vor der unautorisierten Verwertung durch fremde KI-Entwickler geschützt werden müssen.
An der Börse verschafft die Entscheidung dem Papier Rückenwind, nachdem der Titel seit Jahresbeginn ein Minus von 23 Prozent verzeichnet hatte. Der Schutz der eigenen Datenbestände bleibt ein wesentlicher Faktor für das Geschäftsmodell, während Technologieunternehmen weltweit um den rechtssicheren Zugriff auf hochwertige Trainingsdaten ringen.
Quartalszahlen am 3. November
Neben dem juristischen Erfolg richtet sich der Blick der Anleger auf die operative Entwicklung des Konzerns. Thomson Reuters hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 auf Dienstag, den 3. November 2026, angesetzt.
Am Morgen der Veröffentlichung werden Chief Executive Officer Steve Hasker und Finanzchef Gary E. Bischoping Jr. die Zahlen im Rahmen einer Telefonkonferenz und eines Webcasts erläutern. Investoren dürften dabei insbesondere auf die Fortschritte bei den internen Digitalisierungs- und Produktinitiativen sowie die finanzielle Verfassung des Konzerns im zweiten Halbjahr achten.
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