The Trade Desk Aktie: 650 Millionen Dollar Q3-Prognose signalisiert Rückgang
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 16:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
The Trade Desk hat am Wochenende einen der schärfsten Kurseinbrüche seiner Börsengeschichte verarbeiten müssen. Nach schwachen Quartalszahlen und einer enttäuschenden Prognose für das laufende Quartal reagierten Anleger mit massiven Verkäufen. Am deutschen Handelsplatz schloss die Aktie am Freitag bei 11,94 Euro – ein Tagesverlust von 22,42 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 27,9 signalisiert eine überverkaufte Aktie, was auf extreme Nervosität im Handel hindeutet.
Umsatzwachstum bricht ein, erster Rückgang seit dem Börsengang droht
Im zweiten Quartal 2026 erzielte The Trade Desk einen Umsatz von 715 Millionen Dollar, ein Plus von lediglich drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Markt hatte mit 752,6 Millionen Dollar gerechnet. Auch beim Gewinn verfehlte das Unternehmen die Erwartungen: Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,34 Dollar, der Konsens hatte 0,40 Dollar veranschlagt. Besonders alarmierend fiel die Prognose für das dritte Quartal aus: Das Management stellte einen Umsatz von mindestens 650 Millionen Dollar in Aussicht, ein Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Sollte sich diese Prognose bestätigen, wäre es der erste Umsatzrückgang seit dem Börsengang des Unternehmens.
CEO Jeff Green räumte ein schwaches Quartal ein und verwies auf makroökonomische Belastungen sowie interne Ausführungsprobleme. Zugleich betonte er, dass Wachstumsfelder wie Connected TV, Audio und Retail Media weiterhin zweistellig zulegten. Die Joint Business Partnerships stiegen um 38 Prozent auf 217 Kunden, in den Regionen EMEA und APAC wuchs das Geschäft um rund 30 Prozent, in China verdoppelte es sich.
Analysten uneins über weiteren Kurs
Die Reaktion der Wall Street fiel gespalten aus. Robert W. Baird senkte sein Rating am Samstag von "Strong Buy" auf "Hold". Needham & Company reduzierte am Sonntag sein Kursziel von 25 auf 19 Dollar, bekräftigte aber die Kaufempfehlung. Deutlich pessimistischer positionierten sich andere Häuser: Rosenblatt kappte das Kursziel auf 12 Dollar und stufte auf "Neutral" zurück, Wells Fargo siedelte sein Ziel ebenfalls bei 12 Dollar an, Arete vergab mit einem Kursziel von 11,60 Dollar sogar ein "Sell"-Rating. Raymond James stufte die Aktie auf "Underperform" ab, während Wolfe Research und UBS bei "Outperform" beziehungsweise "Buy" blieben, UBS senkte sein Ziel jedoch von 28 auf 16 Dollar. Benchmark bestätigte eine Kaufempfehlung, reduzierte das Kursziel aber von 30 auf 20 Dollar. In der Summe ergibt sich ein Analystenkonsens von "Reduce" bei einem durchschnittlichen Kursziel von 20,85 Dollar – deutlich über dem aktuellen Kursniveau, aber Ausdruck der tiefen Verunsicherung unter den Bewertern.
Institutionelle Investoren schichten Positionen um
Auch bei großen Vermögensverwaltern zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Assenagon Asset Management reduzierte seine Position im zweiten Quartal um 19,5 Prozent und hält nun noch Aktien im Wert von rund 46,9 Millionen Dollar. Dimensional Fund Advisors baute seinen Bestand im ersten Quartal um 14,4 Prozent ab. Gegenläufig bewegte sich Bank of America, die ihre Beteiligung im gleichen Zeitraum um 33,5 Prozent auf einen Wert von gut 103 Millionen Dollar aufstockte. Weitere Adressen wie State Street, Federated Hermes und Voloridge bauten ihre Positionen zum Teil massiv aus, während Norges Bank erstmals investierte. Zusätzlich sorgte ein Insiderverkauf für Aufmerksamkeit: Direktorin Samantha Jacobson trennte sich Ende Mai von 53.681 Aktien zu einem Kurs von 21,14 Dollar – deutlich über dem aktuellen Niveau.
Charttechnisch tief im roten Bereich
Der Kursverfall hat die Aktie technisch weit von ihren langfristigen Durchschnittswerten entfernt. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt aktuell minus 50,34 Prozent, ein Hinweis auf den massiven Bruch des mittelfristigen Aufwärtstrends. Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Auf der einen Seite stehen wachsende Geschäftsfelder wie Connected TV und internationales Wachstum, auf der anderen Seite eine erstmals drohende Umsatzkontraktion und ein tief gespaltenes Analystenlager. Die kommenden Quartale dürften zeigen, ob das Unternehmen die von Jeff Green beschriebenen Ausführungsprobleme in den Griff bekommt.
The Trade Desk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue The Trade Desk-Analyse vom 9. August liefert die Antwort:
Die neusten The Trade Desk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für The Trade Desk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
The Trade Desk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
