Texas Instruments Aktie: KI-Chips beim OCP Summit vorgestellt
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 17:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
UBS traut Texas Instruments bei den Quartalszahlen am 21.10.2026 mehr zu als der Analystenkonsens. Die Bank erwartet zugleich einen vergleichsweise robusten Ausblick. Neue Bausteine für KI-Rechenzentren ergänzen die Wachstumsstory. Entscheidend für Anleger wird aber sein, ob Nachfrage und Aufträge mit dem Ausbau der Fertigungskapazitäten Schritt halten.
UBS setzt auf einen robusten Ausblick
Für das dritte Quartal 2026 prognostiziert UBS einen Umsatz von 6,05 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 2,48 Dollar. Die Kaufempfehlung bestätigt das Haus mit einem Kursziel von 380 Dollar.
Damit setzt die Bank auf ein besseres Abschneiden als der breitere Markt. Ihre Zuversicht reicht über den anstehenden Bericht hinaus: Auch zum Jahresende erwartet UBS eine widerstandsfähigere Geschäftsentwicklung als saisonal üblich. Das macht den Ausblick zu einem wichtigen Prüfstein für die optimistische Einschätzung.
Der Analystenkonsens für das dritte Quartal 2026 liegt bei einem Umsatz von 5,92 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 2,42 Dollar. Texas Instruments soll die Ergebnisse am 21.10.2026 nach Börsenschluss veröffentlichen.
Besonders relevant ist die Einschätzung zum Folgequartal. Ein gutes Abschneiden im Berichtszeitraum allein würde die Erwartung einer anhaltend robusten Nachfrage noch nicht bestätigen. UBS richtet den Blick deshalb ausdrücklich auf die nächste Umsatzprognose.
Für das vierte Quartal erwartet die Bank einen Umsatzausblick von etwa 5,8 bis 5,9 Milliarden Dollar. Die Wall Street rechnet dagegen mit rund 5,7 Milliarden Dollar. Diese Angaben sind Erwartungen an die Unternehmensprognose, keine bereits bestätigten Ziele von Texas Instruments.
Neue Chips adressieren Ausfallrisiken
Den technologischen Hintergrund liefert die Produktvorstellung von gestern beim OCP Global Summit in San Jose. Texas Instruments präsentierte Bausteine für die Überwachung und Stromversorgung von KI-Rechenzentren. Sie sollen Strominstabilität besser erfassbar machen und die technische Infrastruktur leistungsfähiger Rechenzentren unterstützen.
Der Analog-Digital-Wandler ADC34DSO75 überwacht Stromschienen kontinuierlich und aus der Ferne mit Nanosekunden-Auflösung. Seine Abtastrate erreicht bis zu 3 GSPS. Laut Electronic Design erfasst der integrierte Speicher bei Ereignissen auch Signalverläufe vor und nach dem Auslöser.
Das soll helfen, sehr kurze Störungen nachzuvollziehen. TI-Manager Karthik Vasanth betonte die wachsende Bedeutung von Echtzeit-Transparenz und architektonischer Stabilität bei zunehmenden KI-Arbeitslasten. TI beziffert mögliche Ausfallkosten in Rechenzentren auf Hunderttausende Dollar pro Stunde.
Daneben zeigte das Unternehmen den Hot-Swap-Controller LMI800PS für die 800-V-Stromverteilung. Nach Unternehmensangaben reduziert er die benötigte Leiterplattenfläche gegenüber einer diskreten Lösung um mehr als 60 Prozent. Der ebenfalls vorgestellte LMK6B-BAW-Oszillator richtet sich an Hochgeschwindigkeitsnetzwerke.
Kapazitätsausbau bleibt der wirtschaftliche Prüfstein
UBS sieht bei Analogchips Chancen auf Marktanteilsgewinne. Als Gründe nennt die Bank mögliche Lieferengpässe und die verfügbaren Kapazitäten von Texas Instruments. Der Ausbau kann damit zum Vorteil werden, sofern sich die Nachfrage entsprechend entwickelt.
Auf der anderen Seite stehen Risiken durch schwächere Industrie-, Auto- oder Rechenzentrumsausgaben. Eine geringere Auslastung würde die wirtschaftliche Bedeutung zusätzlicher Fertigungskapazitäten verändern. Deshalb ist das Verhältnis zwischen neuen Aufträgen und dem Ausbau der 300-mm-Fertigung besonders wichtig.
Die Produktneuheiten machen den Ansatz für KI-Rechenzentren konkreter. Einen unabhängig belegten Rückgang von Ausfallzeiten durch den neuen Wandler gibt es allerdings noch nicht. Für die Aktie zählt daher vor allem, ob der Quartalsbericht die optimistischen Umsatzannahmen und die Aussicht auf eine robuste Nachfrage untermauert.
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