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Tesla Aktie: Odyssee statt Abkürzung

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 18:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach einer deutlich verlängerten Fahrt in Austin verlangt die NHTSA von Tesla Antworten zu Sicherheitsregeln und dem Betrieb der Cybercabs.

Fotorealistische Fertigungshalle mit Robotern und generischen Elektrofahrzeug-Karosserien
Fotorealistische Aufnahme einer Fertigungshalle zeigt Tesla Inc., ISIN US88160R1014, bei moderner Elektrofahrzeug-Produktion Illustration mit AI erstellt.

Eine Fahrt, die zehn Minuten dauern sollte, endete nach über einer Stunde quer durch die Stadt. Ein Cybercab-Passagier in Austin machte diese Erfahrung dieser Tage – und sie wirft ein Schlaglicht auf die Probleme, mit denen Teslas Robotaxi-Ambitionen derzeit zu kämpfen haben.

Der Vorfall reiht sich in eine ohnehin schwierige Woche für das Cybercab-Projekt ein. Die US-Verkehrsaufsicht NHTSA hat eine Untersuchung eingeleitet und einen Fragenkatalog an Tesla geschickt.

Im Zentrum steht eine simple, aber grundlegende Frage: Wie kann ein Fahrzeug ohne Pedale der Vorschrift entsprechen, wonach US-Fahrzeuge eine per Fuß bedienbare Bremse haben müssen? Tesla hat Zeit bis Ende September für eine Antwort, bei fortlaufender Regelverletzung drohen Strafen von bis zu 139 Millionen Dollar.

Keine Ausnahme, keine Pedale

Brisant dabei: Tesla hat gar keine Ausnahmegenehmigung beantragt. Eine solche Erlaubnis existiert – Unternehmen können sie sich für bis zu 2.500 Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale einholen. Die Amazon-Tochter Zoox nutzt genau dieses Verfahren für ihre Beförderungskapseln in Las Vegas und San Francisco.

Tesla ging diesen Weg nicht, sondern versicherte im Rahmen des üblichen Vorab-Verfahrens einfach, die Cybercabs erfüllten die gängigen Sicherheitsvorschriften – was die NHTSA offenbar nicht überzeugte.

Einige Passagiere berichteten zudem von Steuerelementen auf dem Display, die beim Einsteigen sichtbar waren, aber auf keine Eingabe reagierten. Ob Tesla das als ausreichenden Ersatz für klassische Bedienelemente betrachtet, bleibt offen.

Kameras statt Laser, Ankündigungen statt Substanz

Die technischen Einschränkungen zeigen sich auch im Alltag der Fahrzeuge. Anders als der Marktführer Waymo, der bereits vollständig fahrerlose Fahrten auf Autobahnen anbietet, meiden Teslas Robotaxis schnell befahrene Straßen bislang komplett. In Städten bewegen sie sich vorsichtig und mit spürbaren Umwegen – wie die einstündige Zehn-Minuten-Fahrt in Austin zeigt.

Ein Grund dafür liegt im technischen Ansatz: Tesla verzichtet komplett auf Laser-Radare zur Umgebungserfassung und setzt ausschließlich auf Kameras. Das senkt die Kosten, wird von Experten und Wettbewerbern aber als weniger sicher kritisiert.

Tesla-Chef Musk hält an seiner Linie fest und sieht in autonomem Fahren sowie humanoiden Robotern die Zukunft des Unternehmens – bislang hat der Konzern jedoch nur eine überschaubare Zahl selbstfahrender Wagen ohne menschliche Aufsicht auf die Straße gebracht.

Bis Ende September muss Tesla der NHTSA nun erklären, wie die Cybercabs ohne Pedale die geltenden Sicherheitsvorschriften erfüllen sollen. Von der Antwort dürfte abhängen, ob der Betrieb in Austin in seiner jetzigen Form weiterlaufen kann.

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