Terawulf Aktie: PSC genehmigt 482-Megawatt-Campus
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 08:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Kryptominer und Rechenzentrum-Betreiber TeraWulf hat eine entscheidende Hürde für den Ausbau seiner Infrastruktur genommen. Die zuständige Regulierungsbehörde in Kentucky, die Public Service Commission (PSC), genehmigte am Montag einen umfangreichen Stromliefervertrag für den geplanten „Justified Data Campus“ im Hancock County.
Mit dieser Entscheidung ist der Weg frei für ein Investitionsvorhaben in Milliardenhöhe, das die Kapazitäten des Unternehmens im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und Hochleistungsrechnen massiv erweitern soll.
Grünes Licht für 482-Megawatt-Campus
Der nun genehmigte Vertrag sieht eine Stromversorgung von bis zu 482 Megawatt (MW) vor. Als Standort dient das Gelände einer ehemaligen Aluminiumhütte von Century Aluminum in Hawesville, die im Jahr 2022 geschlossen wurde.
Die geplante Stromkapazität ist beachtlich: Medienberichten zufolge entspricht die zugesagte Leistung etwa dem Bedarf von 350.000 bis 400.000 Haushalten. TeraWulf plant an diesem Standort Investitionen zwischen 4,0 und 4,5 Milliarden US-Dollar.
Während die frühere Aluminiumhütte rund 600 Menschen beschäftigte, wird das neue Datenzentrum voraussichtlich etwa 90 Arbeitsplätze schaffen. Dennoch gilt das Projekt als wichtiger wirtschaftlicher Impuls für die Region. Der genehmigte Stromvertrag hat eine initiale Laufzeit von 15 Jahren und beinhaltet Optionen für rollierende Verlängerungen um jeweils fünf Jahre.
Partnerschaft mit Anthropic sichert Milliarden-Umsätze
Ein zentraler Pfeiler des Projekts ist die Kooperation mit dem KI-Spezialisten Anthropic. Das Unternehmen hat einen Mietvertrag mit einer Laufzeit von 20 Jahren unterzeichnet, der eine IT-Kapazität von rund 401 MW umfasst. Über die gesamte Vertragslaufzeit wird daraus ein Umsatzpotenzial von etwa 19 Milliarden US-Dollar erwartet.
Der Zeitplan für die Inbetriebnahme steht bereits fest: Die erste Kapazitätslieferung ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant, während der volle Betrieb des Campus bis Anfang 2028 erreicht werden soll. Die Baukosten werden mit etwa 10 bis 12 Millionen US-Dollar pro Megawatt kritischer IT-Last kalkuliert, wobei die Kosten für die Serverhardware in diesen Schätzungen noch nicht enthalten sind.
Kostenstruktur schützt lokale Stromkunden
In der Anhörung vor der Regulierungsbehörde war die Preisgestaltung ein zentraler Punkt, da Anwohner Bedenken hinsichtlich steigender Stromtarife und Lärmentwicklung geäußert hatten. Die PSC stufte die vereinbarten Tarife jedoch als fair und angemessen ein. Ein wesentlicher Aspekt der Vereinbarung ist, dass TeraWulf sämtliche Kosten für den Marktbezug, die Übertragung sowie die notwendige Infrastruktur selbst trägt.
Zudem wurden Bestimmungen zur Lastabwurf-Regelung getroffen, die es ermöglichen, den Energiebezug des Datenzentrums in Notfällen zu drosseln, um die Stabilität des allgemeinen Stromnetzes zu gewährleisten. Über sogenannte „Demand Adder“-Zahlungen sollen zudem die lokalen Energieversorger Big Rivers und Kenergy profitieren, was indirekt den privaten Haushalten zugutekommen könnte.
Strategische Expansion in Aussicht
Über das Projekt im Hancock County hinaus gibt es Anzeichen für weitere Expansionsschritte in Kentucky. Laut Angaben von Generalstaatsanwalt Russell Coleman könnte ein weiteres geplantes Datenzentrum in der Nähe von Ashland die Kosten für regionale Infrastrukturprojekte senken helfen. Dort steht eine Kapazität von einem Gigawatt im Raum, die sich perspektivisch sogar verdoppeln könnte.
An der Börse spiegelte sich die jüngste Nachrichtenlage gestern in einem moderaten Rückgang wider; die Aktie schloss am Montag bei 13,30 Euro. Trotz der jüngsten Konsolidierung verzeichnet der Wert seit Jahresanfang ein Plus von 37 %.
Das Papier notiert damit jedoch weiterhin mit einem Abstand von -49 % deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch. Anleger beobachten nun genau, ob die ambitionierten Bauphasen im kommenden Jahr planmäßig eingeleitet werden können.
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