Terawulf Aktie: Anthropic-Vertrag startet erst H2 2027
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 19:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die jüngste Euphorie um die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) weicht einer Phase der Skepsis. Am heutigen Mittwoch kann sich das Papier von TeraWulf zwar mit einem Plus von 7,4 % stabilisieren und notiert bei 13,48 Euro, doch die Vorzeichen der vergangenen Tage waren deutlich negativ.
Eine Kombination aus sektorweiten Zweifeln am Ausbautempo und enttäuschenden Quartalszahlen lastet schwer auf dem Sentiment.
Zweifel am Ausbautempo der KI-Infrastruktur
Der gesamte Sektor der Rechenzentrumsbetreiber und KI-Dienstleister geriet am Montag unter Druck, nachdem Dario Amodei, CEO des KI-Entwicklers Anthropic, eine mögliche Verlangsamung bei der Entwicklung neuer Sprachmodelle ins Gespräch gebracht hatte.
Diese Aussagen lösten eine Kettenreaktion aus. Investoren hinterfragen nun, ob die massiven Investitionen der Hyperscaler in neue Kapazitäten so schnell wie erhofft in profitable Umsätze umgemünzt werden können.
Analysten von RBC wiesen darauf hin, dass eine solche Verlangsamung die Auslastung der Cloud-Infrastrukturen belasten könnte. Für Unternehmen wie TeraWulf, deren Geschäftsmodell zunehmend auf das Hosting von KI-Anwendungen ausgerichtet ist, stellt dies ein direktes Risiko für die langfristigen Wachstumsprognosen dar. Der Wert notiert derzeit rund 48 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, was das Ausmaß der jüngsten Korrektur verdeutlicht.
Diskrepanz zwischen Bewertung und Realität
Die fundamentalen Daten von TeraWulf liefern derzeit ein gemischtes Bild. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 44,77 Millionen US-Dollar und verfehlte damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von über 50 Millionen US-Dollar.
Ein wesentlicher Teil der künftigen Erwartungen ruht auf dem Großprojekt mit Anthropic. Dieser Hosting-Vertrag umfasst eine Kapazität von 401 Megawatt und könnte über eine Laufzeit von 20 Jahren bis zu 19 Milliarden US-Dollar einbringen.
Kritiker verweisen jedoch darauf, dass die Lieferungen aus diesem Abkommen erst im zweiten Halbjahr 2027 starten sollen. Bis dahin bleibt das Unternehmen mit einer hohen Bewertung konfrontiert.
Medienberichten zufolge liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis (P/S) von TeraWulf aktuell bei etwa 46,7, während der Durchschnitt der Peer-Group im US-Software- und Infrastruktursektor lediglich bei 14,5 liegt. Diese Prämie gegenüber der Branche macht die Aktie anfällig für Rücksetzer, sollten die ambitionierten Wachstumsziele für das Jahr 2027 zeitlich nach hinten rutschen.
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