Terawulf, Aktie

Terawulf Aktie: 7,5-Prozent-Rückgang auf 14,07 Euro

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 18:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Terawulf verzeichnet nach schwachen Q2-Zahlen und reduzierter Umsatzprognose deutliche Kursverluste. Trotz negativer Marktstimmung zeigen Insider und Großinvestoren weiterhin Engagement.

Terawulf Aktie rutscht ab: Quartalszahlen und gesenkte Prognose belasten Kurs
Abstrakte Darstellung eines fallenden Aktienkurses durch ein dynamisches, düsteres Finanzmarktumfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Aktie von Terawulf verzeichnet heute einen deutlichen Rückgang von 7,5 % und notiert bei 14,07 Euro. Damit setzt das Papier die negative Tendenz der vergangenen Tage fort und liegt nun rund 8,4 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.

Auslöser für die aktuelle Schwäche ist die Verarbeitung enttäuschender Quartalszahlen sowie eine nach unten korrigierte Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr. Zudem belastet eine sektorweite Verkaufswelle bei Unternehmen der KI-Infrastruktur die Stimmung, nachdem Marktberichte vor sinkenden Hardware-Ausgaben im Bereich der Künstlichen Intelligenz warnten.

Deutlicher Verlust und gesenkte Umsatzziele

Bereits Anfang August legte Terawulf die Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor, die nun zunehmend am Markt eingepreist werden. Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 44,8 Millionen US-Dollar, was unter den Markterwartungen von 46,4 Millionen US-Dollar lag. Rund 71 % dieser Erlöse stammten aus Leasingverträgen für High-Performance Computing (HPC).

Der Nettoverlust nach GAAP belief sich auf 1,94 US-Dollar je Aktie, während Analysten lediglich mit einem Minus von 0,24 US-Dollar gerechnet hatten. Dieser hohe Fehlbetrag wurde maßgeblich durch eine nicht zahlungswirksame Bewertungsanpassung von Optionsscheinen in Höhe von 755,7 Millionen US-Dollar verursacht.

In der Folge haben Marktbeobachter ihre Erwartungen für das Gesamtjahr drastisch reduziert. Medienberichten zufolge sank der Konsens für den Jahresumsatz 2026 von zuvor 336 Millionen auf nunmehr 273 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig wird erwartet, dass sich der Verlust pro Aktie auf Jahressicht auf 3,27 US-Dollar ausweiten könnte.

Die Ratingagentur S&P Global Ratings bestätigte zwar das Emittentenrating von 'BB-', revidierte jedoch den Ausblick von „Positiv“ auf „Stabil“. Als Grund wurden Baurisiken und Finanzierungsunsicherheiten im Zusammenhang mit der Erweiterung des 401-Megawatt-Campus in Hawesville angeführt.

Insiderkäufe und institutionelles Interesse

Trotz der operativen Rückschläge signalisiert das Management Vertrauen in die langfristige Entwicklung. Director Michael C. Bucella hat gestern 2.860 Stammaktien zu einem Preis von 17,47 US-Dollar erworben.

Bereits am Freitag kaufte er 3.023 Anteile zu einem Kurs von 16,535 US-Dollar. Durch diese Transaktionen erhöhte Bucella seinen direkten Bestand auf insgesamt 344.704 Aktien. Parallel dazu meldete William Joseph Tanimoto den Erhalt von 6.666 Restricted Stock Units im Rahmen von Vergütungsprogrammen.

Auch auf institutioneller Ebene gibt es nennenswerte Bewegungen. Morgan Stanley gab am Donnerstag eine passive Beteiligung von 6,1 % an Terawulf bekannt, was einem Volumen von über 30 Millionen Aktien entspricht.

Zudem meldete Tortoise Investment Management eine neue Position im Wert von rund 3,79 Millionen US-Dollar, die im zweiten Quartal aufgebaut wurde. Diese Zuflüsse verdeutlichen, dass Großinvestoren trotz der kurzfristigen Volatilität weiterhin Potenzial in der Infrastrukturstrategie des Unternehmens sehen.

Strategische Expansion im Fokus

Terawulf treibt den Ausbau seiner Kapazitäten voran und setzt dabei auf eine Diversifizierung zwischen Krypto-Mining und KI-Dienstleistungen. Das Unternehmen hat eine Bestellung über 30.000 Antminer S19j Pro bei Bitmain aufgegeben, um die Hashrate für das Mining digitaler Vermögenswerte zu steigern.

Finanziert werden soll der Ausbau unter anderem durch den im Juli angekündigten Verkauf der 50,1-prozentigen Beteiligung am Abernathy-Joint-Venture für rund 530 Millionen US-Dollar.

Analysten bewerten die langfristigen Aussichten weiterhin differenziert. Morgan Stanley bekräftigte am Donnerstag die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 72,00 US-Dollar und verwies dabei auf das transformative Potenzial des 20-jährigen Mietvertrags mit Anthropic über 401 Megawatt IT-Last.

Auch Needham hält an einer Kaufempfehlung und einem Ziel von 33,00 US-Dollar fest, da die Nachfrage nach KI-Infrastruktur ein langfristiger Katalysator bleibe. Demgegenüber steht die Einschätzung von Zacks Investment Research, wo die Aktie nach den Quartalszahlen auf „Strong Sell“ herabgestuft wurde.

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