Teradyne, Aktie

Teradyne Aktie: Neuer Test für MicroLED-Chips

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 08:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Teradyne erweitert seine Optikstrategie mit Iris 100 für MicroLED-Tests und verbindet dabei neue Messfunktionen mit bestehender Infrastruktur.

Reinraum-Techniker bedient Halbleiter-Testanlage in moderner Fabrikhalle
Fotorealistische Fabrikhalle mit Testsystemen zeigt Teradyne Inc. US8807701029 aus der Halbleiter-Testequipment-Branche eindrucksvoll Illustration mit AI erstellt.

Teradyne erweitert sein Testportfolio um eine neue Komponente für eine Technologie, die gerade den Sprung vom Labor in die Massenfertigung schafft: MicroLEDs.

Mit dem Iris 100 bringt das Unternehmen ein Testsystem auf den Markt, das speziell für optische Interconnects in KI-Rechenzentren sowie für AR-Mikrodisplays entwickelt wurde. Die Ankündigung fällt zeitlich mit dem Branchentreffen ECOC in Malaga zusammen, wo Teradyne diese Woche vertreten ist.

Präzisionstest für Millionen von Emittern

MicroLED-Bauteile bestehen aus hunderttausenden bis Millionen einzelner Lichtemitter, die jeweils einzeln geprüft werden müssen. Herkömmliche Laborinstrumente schaffen diese Prüfung zwar qualitativ, scheitern aber am Durchsatz und an den Kosten pro Bauteil, die eine Serienfertigung erfordert.

Genau hier setzt Iris 100 an: Das System kombiniert Spektrometer und hochauflösende Kamera, um spektrale Antwort, Leuchtdichte und Gleichmäßigkeit pro Pixel zu messen.

Die Integration in die bestehende UltraFLEXplus-Plattform ist dabei der eigentliche Clou. Kunden können optische und elektrische Tests kombinieren, ohne ihre vorhandene Testinfrastruktur zu ersetzen. Über die IG-XL-Software lassen sich Defekte wie tote oder hängende Pixel bereits früh im Fertigungsprozess erkennen, eine NIST-rückführbare Kalibrierung ermöglicht zudem Vergleiche über verschiedene Fertigungsstandorte und Chargen hinweg.

Baustein einer breiteren Optik-Strategie

Iris 100 reiht sich in eine Reihe von Schritten ein, mit denen Teradyne sein Testgeschäft in Richtung Optik ausbaut. Bereits in diesem Jahr hatte das Unternehmen mit Photon 100 ein Testsystem für Silizium-Photonik und Co-Packaged Optics vorgestellt. Ergänzt wird die Strategie durch die 2025 abgeschlossene Übernahme des Photonik-Spezialisten Quantifi Photonics.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Optische Interconnects gelten als Schlüsseltechnologie, um Rechenzentren jenseits klassischer Kupferverbindungen skalierbar zu machen — ein Wachstumsfeld, das durch den KI-Boom zusätzlichen Schub erhält. Für Fertigungsbetriebe verspricht Teradyne einen pragmatischen Vorteil: Iris 100 lässt sich in bestehende Testflotten integrieren, eine Roadmap für zusätzliche Photodetektor-Tests ist bereits angekündigt.

Ob sich die neue Testlösung tatsächlich zu einem relevanten Umsatzträger entwickelt, hängt davon ab, wie schnell MicroLED-Hersteller von Pilotlinien auf echte Serienproduktion umstellen. Erste Signale dafür will Teradyne diese Woche in Malaga sammeln, wo das Unternehmen mit Kunden aus der Optik-Branche zusammentrifft.

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