Telstra Aktie: Zahlen gut, Kurs schwach
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 05:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr Gewinn, mehr Dividende, ein neues Milliarden-Rückkaufprogramm — und trotzdem rauscht die Aktie ab. Telstra zeigt an diesem Donnerstag, wie wenig gute Schlagzeilen manchmal zählen, wenn die Details darunter nicht überzeugen. Die Titel des australischen Telekom-Riesen fielen um rund 4,4 Prozent auf 4,78 australische Dollar.
Dabei lesen sich die Eckdaten zunächst solide. Der Nettogewinn stieg im Geschäftsjahr bis Ende Juni um 2,7 Prozent auf 2,4 Milliarden australische Dollar, die Cash Earnings legten sogar um rund zwölf Prozent auf 2,9 Milliarden australische Dollar zu. Der Vorstand kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer Milliarde australische Dollar an — nach einem bereits abgeschlossenen Rückkauf über 1,25 Milliarden australische Dollar im Juni. Die Schlussdividende steigt auf 10,5 australische Cent je Aktie, nach 9,5 Cent im Vorjahr.
Wo der Haken liegt
Unter der Oberfläche zeigen sich Risse. Im margenstarken Mobilfunkgeschäft, das für rund 44 Prozent der Konzernerlöse steht, sank die Zahl der Telstra-gebrandeten Postpaid-Kunden im Jahresverlauf — mit einem deutlichen Rückgang in der zweiten Jahreshälfte, nachdem im Mai 2026 die Preise erhöht worden waren. Das nährt Zweifel, ob sich die Preiserhöhungen langfristig auszahlen oder Kunden zur Konkurrenz treiben.
Hinzu kommt das Firmenkundengeschäft: Das EBITDA im Bereich Fixed Enterprise brach deutlich ein, die Rückstellungen für Abfindungen im Zuge einer Restrukturierung der Unternehmenssparte verdoppelten sich nahezu. Auch die Investitionsausgaben belasten die Stimmung — für das laufende Geschäftsjahr plant Telstra mit laufenden Investitionen zwischen 3,35 und 3,65 Milliarden australische Dollar, ergänzt um strategische Investitionen in den Ausbau des Aura-Glasfasernetzes für Rechenzentren und KI-Kunden.
Ausblick auf 2027
Für das Geschäftsjahr 2027 rechnet Telstra mit einem EBITDA nach Leasing zwischen 8,5 und 8,8 Milliarden australische Dollar sowie einem Cash-EBIT von 4,75 bis 4,95 Milliarden australische Dollar. Das entspräche einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich — ähnlich wie im abgelaufenen Jahr.
Der breitere australische Markt bot der Aktie keinen Rückhalt: Der S&P/ASX 200 gab an diesem Tag um 0,5 Prozent nach. Ob die Preiserhöhungen im Mobilfunk mittelfristig mehr Umsatz bringen als sie an Kunden kosten, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen, wenn die Auswirkungen der Maßnahmen aus dem Mai 2026 vollständig sichtbar werden.
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