Telix Pharmaceuticals Aktie: Milliarden-Deal drückt Kurs
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 05:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kaum hat sich der Kurs von Telix Pharmaceuticals von der guten Nachricht rund um die FDA-Zulassung des Hirntumor-Diagnostikums erholt, kommt schon der nächste große Brocken: Eine milliardenschwere Übernahme lässt die Aktie am Montag um rund 6,7 Prozent auf 16,66 australische Dollar einbrechen. Der Grund liegt nicht im Geschäft selbst, sondern in der Art, wie Telix dafür bezahlt.
Das australische Unternehmen hat eine bindende Vereinbarung zur Übernahme der deutschen ITM Isotope Technologies Munich unterzeichnet. Der Kaufpreis: 1,65 Milliarden Dollar auf bar- und schuldenfreier Basis, plus bis zu 700 Millionen Dollar an erfolgsabhängigen Zahlungen für Zulassungs- und Vermarktungsmeilensteine des ITM-Wirkstoffkandidaten ITM-11.
Warum die Finanzierung die Anleger nervös macht
Der Kaufpreis wird größtenteils in Aktien bezahlt. Rund 1,25 Milliarden Dollar der Vorabsumme fließen in Form von 105,8 Millionen neu ausgegebenen Telix-Aktien an die ITM-Eigentümer, bewertet zum 30-Tage-Durchschnittskurs von 16,65 australischen Dollar. Zusätzlich übernimmt Telix etwa 302 Millionen Dollar an Nettoverschuldung und Transaktionskosten von ITM.
Das bedeutet eine Verwässerung der bestehenden Aktionärsbasis um etwa 31 Prozent. Nach Abschluss der Transaktion halten die bisherigen Telix-Aktionäre noch rund 76,3 Prozent des vergrößerten Unternehmens, die früheren ITM-Eigentümer etwa 23,7 Prozent.
Für ein Unternehmen, das selbst noch cashflow-negativ arbeitet und bereits mit hohen Bewertungsmultiplikatoren gehandelt wird, ist das ein spürbarer finanzieller Kraftakt — der Kaufpreis entspricht etwa dem Sechsfachen des ITM-Jahresumsatzes von 2025.
Was Telix mit dem Deal gewinnt
Das 2004 gegründete Münchner Unternehmen zählt zu den führenden Produzenten medizinischer Radioisotope und radiopharmazeutischer Wirkstoffe. ITM liefert unter anderem Lutetium-177, Actinium-225 und Terbium-161 und vertreibt seine Produkte in mehr als 65 Ländern. 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 273 Millionen Dollar, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 40 Prozent seit 2021.
Das profitable Isotopengeschäft von ITM könnte künftig zur Cash-Generierung von Telix beitragen. Zentraler Werttreiber ist jedoch ITM-11, ein Kandidat gegen gastroenteropankreatische neuroendokrine Tumore, dessen Phase-3-Studie bereits abgeschlossen ist.
Ein Teil des Kursrückgangs dürfte auch simple Gewinnmitnahmen widerspiegeln — schließlich war die Aktie in der Vorwoche nach der FDA-Zulassung für das Hirntumor-Diagnostikum deutlich gestiegen. Der breitere australische Markt bot keinen Rückenwind: Der S&P/ASX 200 notierte am selben Tag leicht im Plus.
Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Telix-Aktionäre sowie regulatorischer Freigaben. Beide Unternehmen rechnen mit einem Abschluss der Transaktion bis Ende des Geschäftsjahres 2026.
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