Telefonica Aktie: O2-Netz hatte Sicherheitslücke
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 17:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Recherche des Bayerischen Rundfunks hat eine Schwachstelle in deutschen Mobilfunknetzen aufgedeckt, die auch Telefónica Deutschland betrifft. Bei Testanrufen gelangten in mehreren Fällen eindeutige Gerätekennungen an die Anruferseite — Informationen, die Cyberangriffe erleichtern können.
Über 70 Testanrufe, mehrere Netze betroffen
Für die Recherche führte der BR mehr als 70 Testanrufe durch. In den Netzen von Telekom und Telefónica (O2) ließen sich dabei IMEI-Nummern auslesen, eindeutige Gerätekennungen, mit denen sich Rückschlüsse auf installierte Updates oder mögliche Sicherheitslücken ziehen lassen. Bei Telekom und Vodafone kamen zudem teilweise Smartphone-Modell und Betriebssystemversion zum Vorschein.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz stufte den Sachverhalt als sicherheitsrelevant ein und verwies auf den potenziellen Missbrauch durch fremde Mächte. Fortgeschrittene Cybergruppierungen und staatliche Akteure könnten solche Daten gezielt nutzen, etwa um passende Spyware für ein bestimmtes Gerätemodell einzusetzen.
Der CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter, dessen eigenes Smartphone bei der Recherche ausgelesen wurde, sprach von einer eklatanten Sicherheitslücke und forderte Aufklärung über die Verantwortlichkeiten.
Telefónica verweist auf externe Ursache
Telefónica Deutschland erklärte auf Anfrage, der Datenschutz von Kundinnen und Kunden habe höchste Priorität. Die Ursache liege nach eigenen Erkenntnissen nicht in den Systemen oder der Infrastruktur des Unternehmens selbst. Unabhängig davon seien zusätzliche technische Maßnahmen umgesetzt worden.
Der Mobilfunkverband GSMA sprach von unbeabsichtigt offengelegten Gerätekennungen durch bestimmte VoLTE-Konfigurationen, ohne dass individuelle Nutzeridentitäten preisgegeben würden — empfahl den Betreibern aber, betroffene Daten künftig zu entfernen.
Die Deutsche Telekom verwies auf Widersprüche in den internationalen Mobilfunk-Spezifikationen und kündigte an, bereits im August 2026 Netzänderungen vorgenommen zu haben, um Metadaten an der Netzgrenze zu entfernen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bestätigte in seinem Tagesbericht, dass die aktuellen LTE- und 5G-Netze der betroffenen Anbieter nach den ergriffenen Gegenmaßnahmen nicht mehr von der Lücke betroffen seien.
Für Telefónica bleibt die Episode zunächst eine Reputationsfrage ohne belegten operativen Schaden. Offen ist, ob die Aufklärung durch Politik und Aufsichtsbehörden zu strengeren regulatorischen Vorgaben für die Branche führt.
Telefonica-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Telefonica-Analyse vom 27. August liefert die Antwort:
Die neusten Telefonica-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Telefonica-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Telefonica: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
