Telefonaktiebolaget LM Ericsson Aktie: Morgan Stanley stuft ab
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Abstufung durch das Analysehaus Morgan Stanley setzt Telefonaktiebolaget LM Ericsson am heutigen Dienstag spürbar unter Druck. Die Aktie des schwedischen Telekommunikationsausrüsters verbilligt sich um 4,1 Prozent auf 8,57 Euro. Verantwortlich für den Rückschlag ist die skeptischere Einschätzung der US-Bank, die ihre Einstufung auf Untergewichten gesenkt hat und vor anhaltendem Gegenwind im Kerngeschäft warnt.
Margendruck und stagnierender Funknetzmarkt
Medienberichten zufolge begründen die Analysten von Morgan Stanley ihren Schritt mit zunehmendem Druck auf die Gewinnspannen sowie einem stagnierenden Markt für mobile Funkzugangsnetze (RAN). Vor diesem Hintergrund reduzierte das Haus das Kursziel für die in Stockholm gehandelte Aktie von 95 auf 90 SEK.
Gleichzeitig passte Morgan Stanley das Kursziel für die an der US-Börse gehandelten Hinterlegungsscheine (ADR) von 11 auf 9 $ an. Neben den operativen Herausforderungen im Mobilfunksektor verwiesen die Experten hierbei zusätzlich auf ungünstige Wechselkursentwicklungen. Die Zurückhaltung der Analysten trifft das Unternehmen in einer Phase, in der die Investitionen vieler Netzbetreiber weltweit gebremst bleiben.
Auf einer Branchenveranstaltung in Boston thematisierte das Management jüngst zwar strategische Ansätze rund um intelligente Netzwerke und Netzwerk-APIs, räumte jedoch ein, dass das Unternehmen am aktuellen Boom rund um optische Netze und Rechenzentren kaum partizipiert.
Operative Fortschritte im 5G-Geschäft
Trotz des Gegenwinds auf Analystenseite meldete Ericsson zuletzt mehrere operative Meilensteine im Ausbau moderner Netzinfrastruktur. Am Donnerstag gaben das Unternehmen und VodafoneThree bekannt, dass deren modernisiertes Cloud-natives 5G-Kernnetz in Betrieb gegangen ist.
Das Vorhaben bildet einen zentralen Schritt innerhalb der strategischen Partnerschaft beider Konzerne, die ein Gesamtvolumen von 12,5 Milliarden SEK umfasst und die Versorgung von 28,6 Millionen Kunden unterstützt.
Auch in Nordamerika sicherte sich der Netzwerkausrüster neue Aufträge. Am Freitag wählte der regionale Betreiber Nex-Tech Wireless das schwedische Unternehmen für eine vierjährige Vereinbarung aus. Im Rahmen dieses Vertrags soll Ericsson rund 85 Prozent der Funkstandorte im ländlichen Kansas modernisieren und den Start eines eigenständigen 5G-Netzes (5G Standalone) vorbereiten.
Zudem demonstrierte Ericsson Mitte September gemeinsam mit dem finnischen Betreiber Erillisverkot in Helsinki Echtzeitanwendungen zur Ortung und Abwehr von Drohnen über 5G-basierte Ortungs- und Kommunikationssysteme.
Mit dem heutigen Kursrückgang beläuft sich der Abstand zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 11,90 Euro auf minus 28 Prozent. Ob die jüngsten operativen Fortschritte ausreichen, um die von Analystenseite befürchtete Marktschwäche mittelfristig auszugleichen, wird die Entwicklung des globalen Netzausbaus in den kommenden Quartalen zeigen.
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