Telecom, Italia

Telecom Italia Aktie: Moody's und Fitch prüfen Upgrade

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 10:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bonitätswächter signalisieren mögliche Heraufstufung für Telecom Italia nach Billigung des Poste-Angebots. Halbjahreszahlen zeigen operative Erholung.

Telecom Italia: Rating-Aufwertung durch Moody's und Fitch rückt näher
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Moody's und Fitch prüfen derzeit ein Rating-Upgrade für Telecom Italia. Beide Agenturen reagierten am Freitag auf die Zustimmung des Verwaltungsrats zum Übernahmeangebot von Poste Italiane und setzten den italienischen Telekomkonzern auf ihre Beobachtungslisten.

Für Anleger ist das die eindeutige Kernbotschaft der vergangenen Handelstage: Die Bonitätswächter sehen in der geplanten Transaktion einen strukturellen Fortschritt für das Unternehmen, nicht nur ein weiteres Kapitel im lang andauernden Übernahmepoker.

Moody's und Fitch setzen auf Beobachtung

Moody's stellte Telecom Italia am Freitag zur Überprüfung für ein mögliches Upgrade, nachdem der Verwaltungsrat das Angebot von Poste Italiane gebilligt hatte.

Fitch zog nach und setzte den Konzern auf "Rating Watch Positive" – ebenfalls als direkte Reaktion auf die Vorstandsentscheidung. Für den hoch verschuldeten Konzern wäre eine bessere Bonitätsnote ein spürbarer Vorteil, da sich damit Refinanzierungskosten senken ließen.

Die Aktie notierte am Montag bei 7,50 Euro und büßte im Tagesvergleich 1,24 Prozent ein – ein Kursverlauf, der zeigt, dass die positiven Ratingsignale den Markt bislang nicht überzeugt haben. Auf Sicht von 30 Tagen steht bei Telecom Italia sogar ein Minus von 6,52 Prozent zu Buche.

Ergebniswende bestätigt operative Erholung

Untermauert wird die verbesserte Kreditperspektive durch die am Donnerstag vorgelegten Halbjahreszahlen. Telecom Italia meldete für das erste Halbjahr 2026 Umsätze von 6,83 Milliarden Euro sowie ein um 1,2 Prozent gestiegenes EBITDA nach Leasing. Der Konzern bestätigte zudem den Eingang einer Erstattung von 1 Milliarde Euro für die Lizenzgebühr aus dem Jahr 1998 und hielt an seiner Prognose für 2026 und 2027 fest.

Bereits am 30. Juli hatte Telecom Italia für das zweite Quartal 2026 einen Umsatzanstieg von 2,0 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro sowie einen den Aktionären zurechenbaren Nettogewinn von 88 Millionen Euro vermeldet – nach einem Verlust im Vorjahresquartal. Das um Leasingeffekte bereinigte EBITDA des zweiten Quartals kletterte laut Reuters auf 998 Millionen Euro und traf damit die Analystenerwartungen. Für das erste Halbjahr bezifferte der Konzern den freien Eigenkapital-Cashflow nach Leasing auf 0,7 Milliarden Euro.

Diese Kombination aus Rückkehr in die Gewinnzone und bestätigter Jahresprognose liefert die fundamentale Grundlage dafür, warum die Ratingagenturen nun optimistischer auf den Konzern blicken. Ein profitables operatives Geschäft erleichtert es Telecom Italia, die mit der Übernahme verbundenen finanziellen Fragen aus einer stärkeren Position heraus zu klären.

Insiderverkäufe und vorsichtigere Analystenstimmen

Nicht jedes Signal rund um die Offerte fiel zuletzt eindeutig positiv aus. Medienberichten zufolge kam es Anfang August im Umfeld des Übernahmeangebots von Poste Italiane sowohl am 3. als auch am 4. August zu Aktienverkäufen von Führungskräften und Insidern bei Telecom Italia.

Solche Transaktionen während einer laufenden Übernahmesituation werden von Marktbeobachtern in der Regel genau verfolgt, auch wenn sie für sich genommen keine Rückschlüsse auf den Ausgang des Angebots zulassen.

Am 3. August stufte zudem Equita SIM die Aktie auf "Hold" zurück. Die Herabstufung fiel in eine Phase, in der der Kurs bereits unter Druck stand, und passt zum Bild einer Aktie, die trotz operativer Fortschritte und verbesserter Ratingaussichten kurzfristig an Schwung verliert.

Mit einer Marktkapitalisierung von 16,20 Milliarden Euro bleibt Telecom Italia einer der größten europäischen Telekomkonzerne, dessen weiterer Kursverlauf nun maßgeblich vom Fortgang der Poste-Offerte und einer möglichen Bestätigung der angekündigten Rating-Anhebungen abhängt.

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