Telecom, Italia

Telecom Italia Aktie: 88 Millionen Euro Gewinn im Q2

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 02:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Telecom Italia kehrt mit 88 Mio. Euro Nettogewinn in die schwarzen Zahlen zurück und bestätigt Jahresziele.

Telecom Italia: Gewinnsprung und Übernahmepläne im Fokus
Abstrakte Darstellung moderner Glasfaser-Netzwerkinfrastruktur in einem Serverraum mit blauer Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nach einer schwierigen Phase mit hohen Verlusten hat der italienische Telekommunikationskonzern Telecom Italia (TIM) im zweiten Quartal 2026 die Wende geschafft. Das Unternehmen profitierte dabei von einer Stabilisierung des heimischen Marktes sowie einer starken Entwicklung der Tochtergesellschaften in Brasilien und im Bereich Cloud-Dienstleistungen. Die Geschäftsführung bestätigte zudem die langfristigen Ziele bis zum Jahr 2027.

Profitabilität zieht im zweiten Quartal an

Im zweiten Quartal des laufenden Jahres erwirtschaftete Telecom Italia einen Nettogewinn von 88 Millionen Euro. Diese Entwicklung markiert eine deutliche Erholung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem ein Verlust von 8 Millionen Euro verbucht werden musste. Noch massiver fällt der Kontrast zum Auftaktquartal 2026 aus, das mit einem Minus von 292 Millionen Euro abgeschlossen worden war. CEO Pietro Labriola erklärte, dass sich die Profitabilität beschleunige und die italienischen Aktivitäten wieder auf einen Wachstumspfad zurückgekehrt seien.

Für das gesamte erste Halbjahr meldete das Unternehmen einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 2 Prozent entspricht. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach Leasingraten (EBITDA-AL) stieg in den ersten sechs Monaten um 1,2 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Allein im zweiten Quartal erreichte das EBITDA-AL einen Wert von 998 Millionen Euro und lag damit leicht über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 995 Millionen Euro gerechnet hatten.

Wachstumsträger Enterprise und Brasilien

Während das klassische Privatkundengeschäft in Italien (TIM Consumer) mit einem Umsatzrückgang von 2,7 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro weiterhin vor Herausforderungen steht, erweisen sich andere Sparten als Wachstumsmotoren. Besonders das Segment TIM Enterprise, das Lösungen für Firmenkunden anbietet, verzeichnete einen Umsatzanstieg von 5,6 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Innerhalb dieser Sparte stachen die Cloud-Dienste mit einem Zuwachs von 18,1 Prozent hervor.

Parallel dazu lieferte TIM Brasil erneut einen signifikanten Beitrag zum Konzernergebnis. Die Erlöse in Südamerika stiegen um 6 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Laut Medienberichten bleibt die Strategie in Brasilien auch bei möglichen Veränderungen der Eigentümerstruktur stabil. Die Nettoverschuldung des Konzerns belief sich zum Ende des Halbjahres auf knapp unter 7,3 Milliarden Euro, was einem Verschuldungsgrad (Leverage) vom 1,94-fachen entspricht. Der freie Cashflow lag im ersten Halbjahr bei 0,7 Milliarden Euro, wobei das zweite Quartal durch eine Konzessionsrückzahlung positiv beeinflusst wurde.

Großübernahme durch Poste Italiane im Fokus

Ein bestimmendes Thema für die Anleger bleibt die geplante Übernahme durch Poste Italiane. Das Angebot mit einem Volumen von mehr als 13 Milliarden Euro war am 18. Juli vom Verwaltungsrat positiv bewertet worden. Die Offerte sieht einen Preis von 0,635 Euro pro Aktie vor. In diesem Zusammenhang berichtete unter anderem die Zeitung Le Monde über die nationale Bedeutung dieser Transaktion, die darauf abzielt, das Unternehmen unter italienischer Kontrolle zu halten.

Zusätzlich treibt das Management den Verkauf der Infrastrukturtochter Sparkle voran. Ein Abschluss mit den Bietern Retelit und dem italienischen Finanzministerium wird für das dritte Quartal erwartet, sofern die noch ausstehenden kartellrechtlichen Genehmigungen der US-Behörden erteilt werden. Die Aktie von Telecom Italia schloss gestern (Mittwoch) mit einem Plus von 0,48 Prozent bei 7,35 Euro. Damit erreicht das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 15,52 Milliarden Euro. Für den weiteren Jahresverlauf prognostiziert der Konzern ein Umsatzwachstum zwischen 2 und 3 Prozent.

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